Feuerwehr St. Ingbert: Eine Einsatzgruppe für die Tiere

Eine Feuerwehr-Einsatzgruppe für Tiere

Lena Schmidtke   16.02.2021 | 10:00 Uhr

Ob Autounfall mit Hund im Kofferraum, brennender Pferdestall oder eine im Lichtschacht verirrte Katze - bei solchen Szenarien ist schnelles Handeln, viel Feingefühl und Sachverstand gefragt. Die Feuerwehr St. Ingbert hat deshalb eine ganz besondere Einsatzgruppe ins Leben gerufen: die Fachgruppe Tier. Sie kommt zum Einsatz, wenn es Notsituationen mit Tieren gibt.

Tierboxen bei der Feuerwehr St. Ingbert (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Rettungseinsätze für Tiere gibt es bei der Feuerwehr St. Ingbert schon lange. Grob geschätzt sind es zwischen 30 bis 50 im Jahr. Vor rund zwei Monaten wurde bei der Feuerwehr in St. Ingbert nun aber eine ganz besondere Einsatzgruppe ins Leben gerufen. Wenn Tiere in Not sind, dann kommt jetzt die Fachgruppe Tier zum Einsatz.

Der Mannschaftstransportwagen ist mit speziellem Equipment ausgestattet – für jeden Fall der Fälle: Hundefangstock, Decken, Halfter, Schutzhandschuhe. Es gibt Transportboxen in verschiedenen Größen - für einen ausgewachsenen Hund, für eine Katze und auf für Nagetiere. Auch Boxen mit Halsbändern, Leinen, Futter und Wassernäpfe gehören zur Ausstattung "um das Tier auch an Ort und Stelle zu versorgen“, sagt Leiter Christoph Gillmann.

Tierrettung braucht Spezialwissen

Sogar eine Babywindel ist an Bord des Tierrettungswagens. "Die Windel eignet sich hervorragend für Verletzungen am Huf. Einfach den Huf reinstellen, hochklappen, mit den Klebestellen zu machen und das Teil ist für den Moment verarztet", sagt Gillman. Das habe er von einer erfahrenen Pferdehalterin gelernt.

Bei der Tierrettung ist Spezialwissen gefragt. Dazu gehören Wissen über die Anatomie, über das Verhalten, die Bedürfnisse und über die Erstversorgung der Tiere: Wie geht man mit einem Hund bei einem Verkehrsunfall um, wenn das Tier verstört umher rennt? Was macht man als erstes? Wie geht man auf das Tier zu? Wissen, das normalerweise nicht zur Ausbildung bei der Feuerwehr gehört, denn die ist ganz auf die Rettung von Menschen ausgerichtet. Die Feuerwehr St. Ingbert ist deshalb auch in Kontakt mit Zoos, Tierparks, Auffangstationen und Tierärzten.

Viel Fachkompetenz im Team

16 Mitglieder hat die Fachgruppe Tier - darunter Katzenhalter, Hundetrainer, Reptilienexperten, eine Landwirtin und eine Tierheilpraktikerin. Viel Fachkompetenz in einem Team. Bei vielen Berufsfeuerwehren gibt es solche Fachgruppen für Tiere schon länger, bei den freiwilligen Feuerwehren ist sie noch selten. In St. Ingbert wurde sie am 1. Dezember offiziell eingeführt - nach einem Jahr Vorbereitungszeit.

Für angefahrene Tiere oder die Umsiedlung von Wespennestern ist die Feuerwehr nicht zuständig. Wenn aber ein Vogel im Kamin stecken geblieben oder ein Pferd gestürzt ist und nicht mehr aufstehen kann, kommt die Fachgruppe Tier auch um drei Uhr in der Nacht.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 16.02.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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