Löscharbeiten bei Großbrand in Homburger Industriegebiet (Foto: Kai Dörner/Feuerwehr Kirkel)

Freiwillige Feuerwehr - Ehrenamt am Limit

Patrick Wiermer   26.03.2019 | 07:00 Uhr

Noch immer laufen die Aufräumarbeiten nach dem Großbrand auf dem Firmengelände von Mobius in Homburg. Noch immer sind Feuerwehrleute im Einsatz. Der Brand zeigt, wie wichtig die Ehrenamtler bei der Einsätzen der Feuerwehr sind, denn ohne sie wäre die Sache wohl fatal ausgegangen. Doch die Freiwilligen bei der Feuerwehr kommen oft an ihre Grenzen.

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Freiwillige Feuerwehr - Ehrenamt am Limit
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 26.03.2019, Länge: 01:53 Min.]
Freiwillige Feuerwehr - Ehrenamt am Limit

Homburg
Brandermittler können erstmals Halle betreten
Der Brand einer Halle der Kunststofffirma Mobius in Homburg dauert auch nach fast einer Woche noch an. Am Montagvormittag konnten Brandermittler nun erstmals gesicherte Bereiche der Halle betreten, um nach der Ursache des Feuers zu forschen. Unterstützt wurden sie laut Polizei von externen Gutachtern.

Dienstag, 19. März, gegen 15.30 Uhr kam die Meldung, dass es auf einem Firmengelände in der Mainzer Straße in Homburg brennt. Ein Großbrand. Feuerwehren und Hilfskräfte waren schnell vor Ort. Wehren aus dem gesamten Saar-Pfalz-Kreis, angrenzenden Kreisen, aus der Pfalz. Auch die Pompiers aus Saint-Avold waren dabei. Insgesamt 300 Einsatzkräfte waren in Einsatz, fast alles Ehrenamtler.

Marcel Schmitt von der Homburger Feuerwehr war einer der ersten am Brandort und hat seitdem viel Zeit dort verbracht. Marcel Schmitt ist ehrenamtlicher Feuerwehrmann und Ehrenamt und Beruf unter einen Hut zu bringen ist auch für ihn ein ständiges Abwägen. Abwägen, wie schwer der Alarm ist, ob man tatsächlich zum Einsatzort fahren kann und dafür vielleicht wichtige Termine absagen muss. Und auch familär kann der Einsatz als freiwilliger Feuerwehrmann zur Belastung werden. Seiner Einschätzung nach ist das Ehrenamt hier am Limit. "Wir haben im Saarland nur die Berufsfeuerwehr Saarbrücken - alles andere ist freiwillig und die Freiwilligen müssen irgendwie Privatleben, Feuerwehr und Berufsleben unter einen Hut bringen."

Das sieht auch Udo Eckardt so. Er ist freiwilliger Feuerwehrmann beim Löschbezirk Homburg Mitte. Offiziell gibt es bei dem Löschbezirk 70 Freiwillige, 40 von ihnen seien ab und zu einsetzbar und nur zwölf immer. Es selbst sagt von sich zwar: "Ich glaub, ich bin auch ein bisschen Feuerwehr-verrückt", aber auch "Verrückte" brauchen Unterstützung.


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Vier Feuerwehrmänner und ihr Rap-Song
Blaulicht, Sirenen, Martinshorn - so kennen wir die Feuerwehr. In Völklingen, Löschbezirk Ludweiler, wird jetzt aber ein anderer Ton angeschlagen. Vier junge Feuerwehrmänner haben sich dort zusammengeschlossen und einen Rap-Song geschrieben. Und damit sind sie richtig erfolgreich! Wenn man genauer die Ohren spitzt, wird aber schnell klar, dass mehr dahintersteckt als nur Spaß.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" am 26.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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