Ein Narkosearzt bereitet eine Patientin auf die Operation vor. (Foto: dpa)

Wenn das Narkosemittel knapp wird

Patrick Wiermer   29.11.2019 | 12:45 Uhr

Immer wieder gibt es Probleme bei der Lieferung von bestimmten Medikamenten. Aktuell betrifft das zum Beispiel das Narkosemittel Propofol. Im Marienhausklinikum in Ottweiler muss inzwischen auch auf Alternativen zurückgegriffen werden – zum Nachteil der Patienten. Und auch bei anderen Arzneimitteln wird es eng.

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Propofolmangel: Wie gehen Narkoseärzte damit um?
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 29.11.2019, Länge: 03:10 Min.]
Propofolmangel: Wie gehen Narkoseärzte damit um?

In den Op-Sälen vieler Kliniken ist Propofol nicht wegzudenken. Es wird für die Einleitung einer Narkose eingesetzt und "da gibt es de facto keine brauchbaren Alternativen auf dem Markt", sagt Dr. Martin Bier, Anästhesist und Ärztlicher Direktor am Marienhausklinikum Ottweiler.

Unangenehme Nebenwirkungen bei den Alternativen

Neben der Einleitung der Narkose wird Propofol auch eingesetzt, um die Narkose aufrecht zu erhalten. Dafür gebe es alternative Mittel, gasförmige Medikamente. Sie kommen für 70 bis 80 Prozent der Patienten in Frage. Anders als bei Propofol kann es dabei aber Nebenwirkungen geben, die zwar nicht gefährlich aber für den Patienten unangenehm sind. "Sie sind lange müde, werden schlecht und unkonzentriert wach und der Tag ist im Grunde verloren", sagt Dr. Bier.

Engpässe auch bei anderen Medikamenten

Aber nicht nur bei Propofol gibt es Engpässe. Vor eineinhalb Jahren habe es große Lieferschwierigkeiten mit einem starken, sehr schnell wirkenden Schmerzmittel gegeben, auch Muskelrelaxatien seien oft knapp, sogar das Allerweltsschmerzmittel Ibuprofen, so Bier.

Konzentration der Medikamentenproduktion

Die Ursache sieht Bier vor allem in der Globalisierung und der Konzentration der Medikamentenproduktion. Einzelne Fabriken in Asien produzierten für die ganze Welt. Immer wieder komme es dort zu Schwierigkeiten bei der Produktion. "und es häuft sich, es werden immer mehr Medikamente, die nicht verfügbar sind."

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 29.11.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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