Ein Kinderarzt impft ein Kind (Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa)

Impf-Pflicht gegen Masern

Steffani Balle   01.03.2021 | 07:39 Uhr

Vor einem Jahr trat die Impf-Pflicht gegen Masern in Kraft. Nach langer Diskussion und Empfehlungen dafür und dagegen, hatte Gesundheitsminister Spahn das neue Infektions- Schutz-Programm umsetzen können. Und was hat es gebracht? SR3-Reporterin Steffani Balle hat nachgefragt.

Der Homburger Virologe Jürgen Rissland ist kein Freund der Impf- Pflicht. Er glaubt an andere Möglichkeiten, die Menschen zum Impfen zu bewegen "jenseits einer rechtlichen Grundlage". So könnte mehr auf Aufklärung und Konfrontation mit Risiken setzen, so Rissland.

Was hilft wirklich?

Ein Jahr Impf-Pflicht gegen Masern
[SR 3, Steffani Balle, 01.03.2021, Länge: 03:51 Min.]
Ein Jahr Impf-Pflicht gegen Masern

Skandinavien hat das so gemacht. Andere unserer Nachbarländer wie Italien und Frankreich haben die Masern über die Impf- Pflicht ausgerottet. In Deutschland gab es 2020 noch 76 Masernfälle, nachdem es die Jahre zuvor zwischen 500 und 1000 Fälle pro Jahr gegeben hat. Dass das aber schon das eine Jahr verpflichtende Impfung gegen Masern bewirkt hat, das bezweifelt Rissland sehr: "Das ist schon beeindruckend, aber das hat glaube ich wirklich mehr damit zu tun, dass wir uns insgesamt an diese Covid-19-Regeln gehalten haben - also Abstand halten, Hygienemasken einhalten und Atemschutzmasken tragen."

Was vor Covid schützt, schützt eben auch vor den Masern. Ganz offensichtlich. Der andere Weg: Die Kinder absichtlich die Krankheit durchmachen zu lassen, damit sie ein Leben lang vor einer weiteren Infektion mit Masern geschützt sind, davon hält die Chefärztin für Hygiene, Barbara Gärtner, gar nichts: "Wovor wollen wir sie denn schützen? Wir wollen sie vor einer Maserninfektion schützen, die sie dann aber bekommen haben. Das ist Quatsch!"

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 01.03.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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