Eine Frau fährt mit ihren Fahrrad auf einem Radweg. (Foto: dpa/Daniel Bockwoldt)

ADFC zieht durchwachsene Bilanz

Stephan Deppen   15.02.2020 | 08:00 Uhr

Vor einem Jahr hat der erste saarländische Fahrradgipfel stattgefunden. Auf Einladung des Verkehrsministeriums hatten die Teilnehmer über Möglichkeiten diskutiert, wie das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag gestärkt werden kann. Und heute, ein Jahr danach: Was hat sich getan?

Ein Jahr nach Fahrradgipfel: ADFC zieht durchwachsene Bilanz
Audio [SR 3, Stephan Depppen, 15.02.2020, Länge: 03:11 Min.]
Ein Jahr nach Fahrradgipfel: ADFC zieht durchwachsene Bilanz

Das Fahrrad als wichtiger Bestandteil der alltäglichen Mobilität - davon ist das Saarland noch weit entfernt. Mit einem kümmerlichen Zwei-Prozent-Anteil - ein bundesweiter Minus-Rekord - nimmt das Fahrrad landesweit nur eine sehr untergeordnete Rolle in der individuellen Mobilität ein. Aber immerhin: In der Landeshauptstadt ist dieser Wert inzwischen auf vier Prozent gestiegen. Das ist im nationalen Vergleich zwar immer noch sehr wenig. Doch dabei es soll ja nicht bleiben, weshalb das saarländische Verkehrsministerium vor einem Jahr zum Fahrradgipfel geladen hatte.

Stellt sich nun die Frage, was sich seitdem getan hat. War es ein verlorenes Jahr oder sind den Versprechungen des ersten Fahrradgipfels konkrete Maßnahmen gefolgt?

Lob für Anlaufstelle für Kommunen

Thomas Fläschner vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) erkennt den politischen Willen vieler Akteure an, tatsächlich die Situation für Fahrradfahrer zu verbessern. Aber nicht nur Geld stehe dem entgegen, auch fehlende personelle Resourcen und planerische Fachkompetenz. Das Ganze sei nicht als Vorwurf, sondern als bestehendes Defizit formuliert.

Die vom Land eingerichtete Anlaufstelle für Kommunen, um sich über planerische und finanzielle Vorteile zu informieren, sei eine gute Idee gewesen und werde auch angenommen, sagt Fläschner. Das werde langfristig auch Veränderungen im Sinne der Radler bewirken.

Bürger sollen Druck machen

Das Land hat seine Mittel für den Radverkehr auf jährlich eine Million Euro aufgestockt. Jetzt gelte es, bei der Sache am Ball bzw. den Verantwortlichen auf den Fersen zu bleiben, um wirklich Fortschritte zu erzielen, sagt der ADFC-Mann. Dabei appelliert er auch an die Bürgerinnen und Bürger, in diesem Sinne Druck auf die Politik zu machen - und sei es nur, wenn es nur darum geht, bereits bestehende Radwege frei von Unrat und falsch parkenden Autos zu halten.

Ein Thema in der "Rundschau" und in der "Region am Mittag" am 15.02.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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