Kundschaft in einem E-Zigaretten-Laden (Foto: pixabay/sarahjohnson1)

Wie schädlich ist die Alternative zur Zigarette?

Markus Person   17.10.2019 | 07:00 Uhr

Elektronische Zigaretten liegen voll im Trend: Die Verdampfer oder "Vaper" gibt es in allen möglichen Formen und Größen und genau so vielfältig sind die Geschmacksrichtungen. Wie schädlich das Inhalieren der Aroma- und anderen Stoffe ist, ist noch unklar – dafür fehlt es noch an entsprechenden Langzeitstudien. Und auch ob es Rauchern hilft, von der unbestritten schädlicheren Kippe wegzukommen, ist umstritten.

Audio

Elektronische Zigaretten liegen voll im Trend, aber wie schädlich ist das Inhalieren der aromatisierten Dämpfe?

Sie heißen Voopoo, Vaporesso, Atomizer – oder schlicht E-Zigarette. Die Verdampfer haben einen kleinen Tank mit nikotin- oder nicht-nikotinhaltiger Flüssigkeit, die mit Hilfe eines Akkus und Verneblers verdampft wird. Anschließend wird der Rauch über ein Mundstück inhaliert. Die Flüssigkeit – oft schlicht als Liquid bezeichnet, kann in jede Geschmacksrichtung aromatisiert werden. Tausende Sorten werden frei verkauft. Das Spektrum reicht von Tabak über Waldkirsche, Karamell bis hin zu Erdbeermarmeladenbrot mit und ohne Butter. Kein Wunder, dass die Verdampfer nicht nur bei Rauchern immer beliebter werden.

Wie schädlich das Inhalieren der Aroma- und anderen Stoffe ist, ist jedoch unklar. Dafür fehlt es an entsprechenden Langzeitstudien. Und ob es Rauchern hilft, von der unbestritten schädlicheren Kippe wegzukommen, ist ebenfalls umstritten.

Klare Vorgaben aber keine Erfahrungswerte

Im Gegensatz zu den USA gibt es in Deutschland recht klare Vorgaben für die Hersteller der Liquide. Die Produkte müssen entsprechend gekennzeichnet werden, zudem sind Stoffe wie Vitamine oder Koffeine in den Flüssigkeiten verboten. Dennoch steht hinter vielen Inhaltstoffen noch ein großes Fragezeichen, wenn es um die Gesundheitsgefährdung geht. Es gebe viele Geschmacksmuster, die zwar in der Lebensmittelindustrie unbedenklich seien "aber wir kennen nicht ihre Auswirkungen, wenn sie verdampfend eingeatmet werden", sagt Gesundheitsstaatsekretär Stephan Kolling.

Diese Problematik bestätigt auch der Mediziner Robert Bals vom Uniklinikum Homburg. Der Lungen-Spezialist sieht die Hersteller in der Pflicht zu beweisen, dass die Inhaltsstoffe unbedenklich sind. Doch auch denen fehlen dafür die Daten. Die Schwierigkeit sei zudem, dass in den Liquids eine riesige Anzahl von unterschiedlichen Stoffen gebe und man wisse nicht, was diese Zusatzstoffe bewirkten", sagt Bals.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 17.10.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja