Jogginghose (Foto: SR)

Kommt die Jogginghose jetzt mit ins Büro?

Elena Jörger   29.04.2022 | 09:38 Uhr

Nach dem Aufstehen den guten Pullover anziehen und dazu die Jogginghose - das klingt nach einem Morgen im Homeoffice. Doch kommt die Jogginghose mit, wenn wir wieder in den Arbeitsalltag zurückkehren?

Viele Stunden haben wir während Corona im Homeoffice verbracht nach dem Motto: "bequem und praktisch". Doch das hat jetzt für viele Ende – oder? Immer mehr Menschen kehren zumindest teilweise an ihren Arbeitsplatz zurück. Vorbei also die Zeit der Wohlfühl-Kleidung? Sind nun wieder Anzug und Kostüm obligatorisch?

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Neuer Dresscode in Büros?
Audio [SR 3, Michael Friemel/Barbara Vinken, 29.04.2022, Länge: 05:26 Min.]
Neuer Dresscode in Büros?

Neuer Dresscode im Büro?

Modeexpertin Professor Barbara Vinken vertritt die Meinung, dass das Arbeiten im Homeoffice sich nachhaltig auf unser Kleidungsverhalten ausgewirkt hat. Einen Trend zu etwas mehr Lässigkeit habe es aber auch schon vor der Pandemie gegeben. Angefangen habe es mit den "casual fridays", also der etwas lockereren Bekleidung zum Ausklang der Arbeitswoche. Businessanzug und Kostüm würden langsam ihre bisherige Bedeutung verlieren, so die Modeexpertin. Neue Dresscodes seien am entstehen.

Dresscodeänderungen in der Geschichte

Solche Dresscodeänderungen gab es immer schon. Laut Barbara Vinken besteht die ganze Mode aus "Brüchen und radikalen Veränderungen", die mit verschiedenen Momenten zusammenhingen – zum Beispiel Epidemien oder Arbeitsmarktveränderungen. Und natürlich kommt es regelmäßig vor, dass auch bestimmten Lebenswelten in die Mode einfließen. Dazu gehörten zum Beispiel Jeans, Trenchcoat, Polohemd oder Bomberjacke. Letzteres kommt zum Beispiel aus der Funktionskleidung des Militärs und wurde dann nach und nach zu einem Klassiker der Mode.

Jogginghose am Arbeitsplatz: ja oder nein?

Auch die Jogginghose sei bereits Teil der allgemeines Mode geworden, so Vinken. Spätestens seit Karl Lagerfelds Spruch "Wer Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren" die Runde machte und das Kleidungsstück eine Saison später im Sortiment von Chanel auftauchte.

Barbara Vinken findet es gut und begrüßenswert, wenn Menschen am Arbeitsplatz zu lockeren Looks greifen. Sie sei immer dafür, dass Menschen das anziehen, worin sie sich wohl fühlten. Damit sie sich nicht "als Diener einer Sache fühlen".

Trotzdem müsse man drauf achten, dass der Unterschied zwischen "intim" und "öffentlich" nicht verloren gehe, so die Modeexpertin. Die Funktion, sich für den Blick anderer anzuziehen, sei wichtig für unser Selbstbild. Deshalb würden bestimmte Aspekte sicherlich auch nach der Pandemie erhalten bleiben. Vor allem die, die Spaß machen und nicht aus Zwang passieren – zum Beispiel das Auftragen von Lippenstift.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 29.04.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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