"Standesamt" steht auf einem Schild an einem Rathaus (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Paul Zinken)

Die Kosten einer Namensänderung

mit Informationen von Daniel Novickij   05.10.2022 | 10:38 Uhr

Unser SR 3-Kollege Daniel Novickij hat es im Alltag manchmal nicht so leicht. Denn sein Nachname sorgt häufig für Missverständnisse bei der Schreibweise und Aussprache. Daher spielt er nun mit dem Gedanken seinen Namen ändern zu lassen. Doch wie läuft eine Namensänderung ab?

Wenn es um den Nachnamen von Daniel Novickij geht, dann trifft er selten auf Personen, die den aus dem russisch kommenden Namen richtig aussprechen können. Auch wenn es die Schreibweise nicht vermuten lässt, ist uns die Aussprache sehr vertraut. Denn Novickij wird genauso ausgesprochen, wie der Name des ehemaligen deutschen Weltklasse-Basketballers Dirk Nowitzki.

Schreibweisen verändern sich im Laufe der Zeit

Stolperfallen bei der Schreibweise gibt es überall, weiß Klaus Feis vom Standesamt Neunkirchen. Innerhalb einer Familie würde es häufig zwei Schreibweisen des gleichen Namens geben. So wird Kessler zum einen mit -ss geschrieben, aber auch mit -ß. Der Grund laut Feis: In der Vergangenheit wurden die Namen per Schreibmaschine eingetragen und dort gab es noch kein -ß. Im Laufe der Zeit hätte sich daher die Schreibweise mancher Namen innerhalb einer Familie verändert. Ältere Menschen würden daher noch den Namen mit der alten Schreibweise haben, während jüngere Generationen bereits die neue Schreibweise nutzten.

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Wie läuft eine Namensänderung ab?
Audio [SR 3, Daniel Novickij, 05.10.2022, Länge: 02:35 Min.]
Wie läuft eine Namensänderung ab?

Kosten für Namensänderung

Um den ganzen Missverständnissen um seinen Namen vorzubeugen, überlegt Daniel Novickij seinen Nachnamen ändern zu lassen. Als Nachkomme von Spätaussiedlern wäre eine solche Änderung meist an einem Tag auf dem Standesamt durchgeführt. Die Änderung würde 25 Euro kosten. Auch für eine Namensangleichung nach einer Einbürgerung würde das Standesamt 25 Euro berechnen.

Ganz anders würde es hingegen aussehen, wenn der eigene Namen geändert werden soll, weil man ihn „anstößig“ oder „lächerlich“ findet. In diesem Fall müsse eine sogenannte behördliche Namensänderung beantragt werden und die sei sehr aufwendig. So muss die Antragsstellung zwar bei der Gemeinde des Wohnsitzes erfolgen, bearbeitet wird der Antrag jedoch beim Landkreis beziehungsweise beim Stadtverband Saarbrücken. Einreichen muss man den Personalausweis, ein Auszug aus dem Geburtenregister, bei Bedarf ein Auszug aus dem Eheregister, ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Verdienstnachweis.

Gebühr richtet sich nach Verdienst

Christoph Wahl vom Standesamt in Neunkirchen beschäftigt sich seit Jahren mit Namenänderungen aller Art und weiß, dass eine Namensänderung, wenn sie nicht aufgrund von Einbürgerungen oder sonstigen Ausnahmefällen erfolgt, teuer werden kann. Denn die Gebühr berechnet sich nach dem Verdienstnachweis. Der Höchstbetrag für Vornamen beträgt laut Christoph Wahl vom Standesamt 255 Euro und der für Nachnamen bis zu 1250 Euro. Hinzu kommt, dass eine ausführliche Begründung vorgelegt werden muss und diese sollte ziemlich ausführlich ausgearbeitet sein. Denn nur zehn Prozent der Anträge zur behördlichen Namensänderung würden am Ende tatsächlich auch bearbeitet.

Ein Thema in der Sendung "Bunte Funkminuten" am 05.10.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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