Eine FFP2-Maske liegt in einer ersten Klasse an einer Grundschule auf einem Tisch (Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow)

FFP2-Masken für Kinder im Test durchgefallen

mit Informationen von Carmen Bachmann   12.01.2022 | 10:45 Uhr

Die Stiftung Warentest hat FFP2-Masken für Kinder getestet. Das Ergebnis ist eindeutig. Die Kinder-Modelle sind allesamt ungeeignet. Nur ein Erwachsenenmodell wird für kurze Tragezeiten für Kinder empfohlen.

FFP2-Masken für Kinder ungeeignet
Audio [SR 3, Carmen Bachmann, 12.01.2022, Länge: 04:14 Min.]
FFP2-Masken für Kinder ungeeignet

Zum Schutz vor einer Corona-Infektion sind mittlerweile FFP2-Masken die Mund-Nasenbekleidung der Wahl. Aber eignen die sich auch für Kinder? Das hat die Stiftung Warentest sich angeschaut und kommt zu dem Ergebnis, dass die FFP2-Masken für Kinder untauglich sind. Der Grund: zu hohe Atem-Widerstände.

Bei Labortests mit FFP2-Kindermasken sei es bei allen untersuchten Masken zu sehr hohen Atem-Widerständen gekommen, erklärt Anne Kliem, Redakteurin bei Stiftung Warentest. Das sei ein K.o.-Kriterium und deshalb habe man an dieser Stelle auch nicht weiter geprüft - etwa zur Passform oder zur Filterwirkung.

Stiftung Warentest rät zu OP-Masken

Bei allen untersuchten FFP2-Kindermasken habe man einen so hohen Atem-Widerstand wie bei vielen Erwachsenen-Masken gemessen. In vielen Fällen hätten die Masken nicht einmal den Grenzwert für Erwachsenen-Masken eingehalten. Es sei auch in Studien nicht ausreichend untersucht, wie sich ein so hoher Atem-Widerstand auf die Gesundheit von Kindern auswirke. Deshalb rät die Stiftung Warentest vorsorglich, bei Kindern lieber zu OP-Masken zu greifen.

"Wir raten ausschließlich zu medizinischem Mund-Nasenschutz"
Audio [SR 3, Interivew: Simin Sadeghi / Prof. Arne Simon, 12.01.2022, Länge: 04:05 Min.]
"Wir raten ausschließlich zu medizinischem Mund-Nasenschutz"

Diesen Rat teilt auch Prof. Arne Simon, Facharzt für Kinderheilkunde an der Uniklinik des Saarlandes. Auch Simon sieht den hohen Atem-Widerstand bei langen Tragezeiten kritisch. Aus infektiologischer Sicht reiche ein medizinischer Mund-Nasenschutz, also eine OP-Maske, völlig aus.

FFP2-Masken böten zudem nur bei guter Passform einen guten Schutz. Das Risiko einer Übertragung werde, so aktuelle Studien, durch nicht gut sitzende Masken möglicherweise sogar erhöht. Außerdem seien die FFP2-Modelle weder für Kinder noch für den Einsatz während einer Pandemie entwickelt worden. Hier brauche es erst eine EU-Norm für FFP2-Masken für Kinder.

Eine Ausnahme gibt es

Eine Ausnahme, wenn auch keine komfortable, gab es dennoch. Das Erwachsenenmodell von 3M sei für kurze Tragezeiten zu empfehlen, so Anne Kliem. Die Maske biete einen akzeptablen Atem-Widerstand, eine kindgerechte Passform und eine hohe Filterwirkung.

Dieses Modell eigne sich zum Beispiel an Orten, wo es ein hohes Infektionsrisiko gebe - im Schulbus zum Beispiel.

Kinder richtig schützen

Um Kinder möglichst gut vor einer Infektion zu schützen, rät Kliem dazu, auf die Hygiene-und Abstandsregeln und ein möglichst geimpftes oder genesenes Umfeld zu achten. Außerdem sollte die Maske rechtzeitig gewechselt werden - und zwar mindestens täglich, egal welches Modell verwendet wird. Auch wenn die Maske feucht ist, muss sie ausgetauscht werden.

Der richtige Sitz der Maske ist ebenfalls wichtig. An Mund, Nase und Kinn sollte die Maske locker und gut schließen. Das Aufsetzen sollte man mit den Kindern zuhause üben.

Auch ein Thema in den "Bunten Funkminuten" vom 12.01.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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