Rettungswagen im Einsatz (Foto: dpa/Stephan Jansen)

Bei 112: Automatische Notruf-Ortung übers Smartphone

mit Informationen von Lisa Krauser   22.09.2021 | 10:00 Uhr

Die 112 wird gewählt, wenn etwas passiert ist, ein Unfall oder ein anderer medizinischer Notfall. Dann muss schnell klar sein, wo die Rettungskräfte hinkommen sollen. Mindestens 1700 Notrufe gehen jeden Tag bei der integrierten Leitstelle auf dem Winterberg ein. In den meisten Fällen können die Anrufer sagen, wo sie sind. Für die, die das nicht wissen, ist in Deutschland seit kurzem eine Technik im Einsatz, die helfen soll: Der sogenannte AML-Notruf für Smartphones. Damit können Rettungskräfte Unfallopfer orten.

Draufgeschaut: AML, der Notruf für Smartphones
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 21.09.2021, Länge: 03:57 Min.]
Draufgeschaut: AML, der Notruf für Smartphones

Timm Mathis, der Geschäftsführer vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung im Saarland ist sehr froh, dass der AML-Notruf Anfang des Jahres endlich in Deutschland eingeführt worden ist. Bei einer Rettung geht es nämlich immer um Zeit, abhängig von der Schwere und der Art der Verletzung. Da kann der AML-Notruf Leben retten.

AML steht für Advanced Mobile Location, also fortschrittliche mobile Ortung. Wie die funktioniert, erklärt Rainer Buchmann, der Chef der Integrierten Leitstelle auf dem Winterberg: "Bei einem Notruf mit AML wird die Ortung des Handys eingeschaltet, wenn die 112 gewählt wird. Dann bestimmt das Handy die Position und übermittelt die per SMS oder Datenpaket an einen Server, auf den wir dann zugreifen könnnen." So erhalten die Retterinnen und Retter den genauen Ort des Notrufenden.

Position auf den Meter genau übermittelt

Das kann zum Beispiel dann lebensrettend sein, wenn die Menschen, die den Notruf wählen, nicht mehr sagen können, wo sie sind. Das kann daran liegen, dass sie desorientiert sind, oder weil sie Probleme haben, ihren Standort so zu erklären, dass man sie schnell findet, etwa bei einem Unfall mitten im Wald.

Die Möglichkeit, Handys zu orten, gab es schon vor der Einführung der AML-Technik. Das war aber noch deutlich ungenauer als jetzt. Über AML wird den Mitarbeitern auf der Leitstelle eine auf den Meter genaue GPS-Position angezeigt.

Keine Ortung in ausländischen Netzen

Die Technik muss man nicht selbst aktivieren. Sie funktioniert automatisch auf allen Smartphones mit Ortungsfunktion, wenn man die 112 wählt, auch bei unterdrückter Rufnummer.

Hier im Grenzraum gibt es allerdings eine Ausnahme: Wenn man sich in luxemburgischen oder französischem Netz befindet, funktioniert die AML-Ortung bislang noch nicht.

Über dieses Thema haben auch die "Bunten Funkminuten" am 22.09.2021 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja