Symbole der Internetbrowser Firefox, Google Chrome, Apple Safari und Internet Explorer (Foto: dpa)

Wie Handicaps für große Erfindungen sorgten

mit Informationen von Nadine Thielen   31.05.2022 | 11:20 Uhr

Mal mit einem anderen Blick ein Problem betrachten - und Menschen mit Handicap betrachten die Welt nun mal anders. Das führte mitunter sogar zu großen Erfindungen. Wir haben in den Geschichtsbüchern gekramt und genau solche Beispiele gefunden.

Stichwort Diversität: Genau darum geht es an unserem SR-weiten Thementag. Und nicht selten bringt Diversität Großes hervor. Wir haben Erfindungen entdeckt, die entweder direkt von Menschen mit Behinderung auf den Weg gebracht worden sind oder die von Menschen mit Behinderung inspiriert wurden. 

Von der Schreibmaschine zur Tastatur

Wie Handicaps für große Erfindungen sorgten
Audio [SR 3, Nadine Thielen, 30.05.2022, Länge: 03:02 Min.]
Wie Handicaps für große Erfindungen sorgten

Wir fangen an mit der Liebe. Die hat tatsächlich für die erste Schreibmaschine gesorgt - immerhin die Vorgängerin unserer heutigen Tastatur, und wenn man so will, auch eines jeden Computers.

Der Italiener Pellegrino Turri erfand die Schreibmaschine 1808 - und zwar für seine große Liebe, die Gräfin Carolina Fantoni da Fivizzono. Diese war blind und konnte mithilfe der Schreibmaschine Briefe an ihren Liebsten schreiben. Einige der Originalbriefe gibt es übrigens noch - die allererste Schreibmaschine selbst nicht mehr.

Das Internet

Eingabefeld eines Internetbrowsers (Foto: dpa/Jens Büttner)

Vincent Cerf gilt als einer der Väter des Internets. Der US-Amerikaner ist Informatiker und hat den Vorläufer des Internets mit auf den Weg gebracht: das sogenannte Arpanet, das erstmal nur US-amerikanische Universitäten miteinander verbunden hatte.

Cerf hat selbst gesagt, die Liebe zur Kommunikation mit Text, die hat wohl bei ihm auch etwas damit zu tun, dass er selbst schwerhörig ist. Seit seinem vierzehnten Lebensjahr trägt er ein Hörgerät.

Erst hat er das Internet mitentwickelt, heute setzt er sich besonders für Menschen mit schlechtem oder gar keinem Gehör ein. Seine Frau ist übrigens auch gehörlos. 

Geniale Erfindungen für ein Genie

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking gibt anlässlich des 450 jährigen Bestehens der Universität Genf eine Lesung (Foto: dpa)

Einer darf in der Reihe nicht fehlen, ein wissenschaftliches Ausnahmetalent, obwohl er gleich mehrere Handicaps hatte: Stephen Hawking. Als Astrophysiker hat der Brite die Wissenschaft nachhaltig geprägt. Und das, obwohl die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose kurz ALS dafür sorgte, dass er schon mit Mitte 20 im Rollstuhl sitzen musste.

Sprach-App Siri (Foto: dpa)

Gut 20 Jahre später konnte er nach einer Lungenentzündung und einem Lungenschnitt nicht mehr sprechen. Hawking nutze seitdem einen Sprachcomputer.Die Software der US-Firma Intel wurde damals extra für Hawking entwickelt.

Und heute nutzen wir fast alle mittlerweile ein ähnliches System: Nämlich die Autokorrektur-Funktion auf dem Smartphone. Denn auch Hawking hat mit Autokorrektur gearbeitet, sprich erst einmal wenige Buchstaben vorgegeben und dann einen Wortvorschlag bekommen, den sein Computer dann laut ausgesprochen hat. Und offenbar hat er sich genauso wie wir darüber geärgert, wenn dieser Vorschlag mal wieder falsch war. 


Der Diversity-Tag auf SR 3

31. Mai 2021 - Ein Zeichen für Vielfalt
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Ein Thema in "Guten Morgen" am 31.05.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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