Kinder testen sich mit den Lolli-Tests (Foto: SR)

"Nur noch Kinder mit Symptomen testen"

Diskussion um Beenden der Testpflicht an Schulen

Onlinefassung: Elena Jörger   29.03.2022 | 09:51 Uhr

Was bringt die Testpflicht an Schulen noch? Sollte sie abgeschafft werden? Wer sollte überhaupt noch getestet werden? Werner Meier ist Kinderarzt in Dudweiler und Vorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte im Saarland. Er hat eine klare Meinung: Kinder sollten nur noch getestet werden, wenn sie Symptome haben.

Für viele Schüler und Schülerinnen ist das Testen ein fester Bestandteil des Schulalltags. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Schüler symptomfrei sind oder nicht. Die Testpflicht besteht für alle Kinder. Das sei eine überflüssige Zumutung, meinen die Kinderärzte in Deutschland und fordern ein Ende der Testpflicht.

Audio

Soll Testpflicht an Schulen abgeschafft werden?
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel(c) SR, 29.03.2022, Länge: 04:01 Min.]
Soll Testpflicht an Schulen abgeschafft werden?

Ansatzloses Testen einstellen

Werner Meier vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Saarland sagt, viele Tests seien in der Praxis falsch-positiv. Nachkontrolle und Nachtestung würden zu einem Aufwand führen, der nicht zu rechtfertigen sei. Außerdem bestünde ja auch die Empfehlung, Kinder mit Symptomen zu Hause zu lassen. Und sie sollte man dann auch ausführlicher testen. Das sei die weitaus bessere Alternative.

Massive Tests in Schulen waren Kuhhandel

Tests ohne Grund würde er nicht weiter befürworten, sagt der Kinderarzt. Das massive Testen "war ein bisschen der Kuhhandel, der Preis dafür, die Schulen offen zu lassen." Seiner Schätzung nach haben die massenhaften Test an den Schulen keinen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 29.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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