Deutsch-Drahthaar (Foto: pixabay)

Deutsch-Drahthaar: Jagdhund und Begleiter

Julia Becker-Maleska   09.11.2021 | 10:00 Uhr

Hunde - für Jäger sind sie unverzichtbare Begleiter. Bestimmte Hunderassen sind dafür besonders geeignet. So zum Beispiel der Deutsch-Drahthaar. Die älteste Deutsch-Drahthaar-Zucht der Welt ist im Saarland.

Marc Schmitt und Karlheinz Schmitt sind Jäger und Deutsch-Drahthaar-Züchter. Und die beiden prüfen Jäger mit ihren Hunden in einer sogenannten Brauchbarkeitsprüfung. Denn Jäger haben per Gesetz gewisse Pflichten, und um diese auszuüben, brauchen sie "brauchbare" Hunde - so zum Beispiel wenn beispielsweise ein angefahrenes Reh gesucht werden muss. Denn nach dem saarländischen Jagdgesetz sind die Jäger verpflichtet, das Leid eines Tieres zu verkürzen.

Jedes Revier muss einen brauchbaren Jagdhund haben

Nachsuchen nach Autounfällen kämen gerade jetzt im Herbst oft vor, erklärt Marc Schmitt und auch nach jeder Jagd müsse überprüft werden, ob noch irgendwo verletztes Wild liege. "Jedes Revier muss deshalb brauchbare Jagdhunde vorhalten", so Marc Schmitt.

Bevor ein Hund als Jagdhund eingesetzt werden darf, muss er eine Brauchbarkeitsprüfung ablegen. 2021 seien es im Saarland 70 Hunde gewesen, die die Prüfung gemacht hätten, so Karlheinz Schmitt. "Wir sind also relativ gut bestückt mit Hunden."

Die Hunde von Marc Schmitt und Karlheinz Schmitt sind Deutsch-Drahthaar-Hunde - sogenannte Vorstehhunde, sehr vielseitig einsetzbar in der Jagd. Sie können das Wild aufspüren und gegebenenfalls auch töten.

Deutsch-Drahthaar - Jagdhund und Begleiter
Audio [SR 3, Julia Becker-Maleska , 09.11.2021, Länge: 05:20 Min.]
Deutsch-Drahthaar - Jagdhund und Begleiter

Deutsch-Drahthaar - der perfekte Begleiter

Für die beiden Männer ist der Deutsch-Drahthaar der perfekte Begleiter auf vier Pfoten – bei der Jagd und zu Hause. Bei Marc Schmitt und seiner Familie leben drei Hündinnen. Mal sind die Tiere im Zwinger, mal im Haus – aber sie sind immer dabei, sogar im Büro. Und ob sie jetzt zur Jagd eingesetzt werden oder nicht: Wichtig ist, dass sie ihre Instinkte ausleben können. Es seien einfach Hochleistungssportler, die ihre Bedürfnisse ausleben müssen. "Wenn sie das nicht können, verkümmern sie und können verhaltensauffällig werden."

Die ältestes Deutsch-Drahthaar-Zucht der Welt

Karl-Heinz Schmitt und Marc Schmitt sind nicht nur Jäger, sie betreiben auch gemeinsam eine Zucht. Die älteste Deutsch-Drahthaar-Zucht der Welt: die "Saarforster". Karl-Heinz Schmitt hat die Zucht gewissermaßen geerbt. "Um 1900 hat mein Großvater Deutsch-Drahthaar gezüchtet. Der Deutsch-Drahthaar-Verband wurde erst ein, zwei Jahre später gegründet. Das war sozusagen der Ursprung der Hunde." Heute gebe es beim Verein Deutsch-Drahthaar 230.000 Hunde. "Unser erster Hund hat die Nummer 157".

Preisgekrönt

Karl-Heinz Schmitt staubt mit seinen "Saarforstern" jede Menge Preise ab. Marc Schmitts Hündin Donna wurde vor ein paar Jahren bei einer Weltmeisterschaft zur schönsten Deutsch-Drahthaar-Hündin der Welt gekürt. Sie lebt zusammen mit ihre Tochter Flora bei Marc Schmitt in Rimlingen. Karl-Heinz Schmitt wohnt in Berus.

Das Prinzip: die Mutterlinie

Die "Saarforster" stammen alle von einer Stammhündin ab und sind weltweit bekannt und beliebt. Es wurden sogar schon Welpen nach Mexiko verkauft. Ihr Zuchtprinzip: die Mutterlinie. Das heißt: Es wird immer mit den Töchtern weitergezüchtet. Die passenden Rüden werden dann dazu gesucht. Jede Hündin hat aber nur ein bis zwei Würfe. "Unsere Hunde sind immer noch Jagd- und Familienhunde, keine Wurfmaschine", so Karl-Heinz Schmitt.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 09.11.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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