Grünschnitt (Foto: pixabay)

Warum sind die Grünschnitt-Sammelstellen zu?

Lena Schmidtke   09.04.2020 | 12:30 Uhr

Bestes Frühlingswetter und viele, die einen Garten haben, sind mit Eifer am werkeln. Es wird gepflanzt, gemäht, geschnitten, gejätet. Doch es gibt ein Problem: Wohin mit dem Grünschnitt? Die Grünschnitt-Sammelstellen sind im Rahmen der Corona-Schutzmaßnahmen geschlossen. Aber warum eigentlich?

Audio

Warum sind die Grünschnitt-Sammelstellen geschlossen?
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 09.04.2020, Länge: 02:44 Min.]
Warum sind die Grünschnitt-Sammelstellen geschlossen?
SR 3-Reporterin Lena Schmidtke hat nachgefragt, warum die Sammelstellen geschlossen sind.

Die Grüngutsammelstellen sind im Saarland geschlossen und das sorgt für so manchen Unmut. Doch es gibt dafür durchaus plausible Gründe in Zeiten von Corona: Grünschnitt wegfahren ist kein triftiger Grund, das Grundstück zu verlassen, und könnte sogar bestraft werden.

Grüngut kein triftiger Grund

„Wir gehen davon aus, dass das Unterwegssein mit Grüngut laut Bußgeldkatalog, wie er im Moment ausgegeben ist, bestraft werden müsste. Die Abgabe von Grüngut gehört nicht zu den Außnahmen bei den Ausgangsbeschränkungen, die im Moment gelten", sagt Marianne Lehmann, die Kommunikationsleiterin des EVS. Folglich sei es nur logisch, dass die Grüngutsammelstellen im Saarland geschlossen blieben.

Der EVS übernimmt in den meisten saarländischen Kommunen den Abtransport und die Verwertung des Grünschnittmaterials. Für den Betrieb, also die Öffnung oder Schließung der Grüngutsammelstellen, sind allerdings die Kommunen selbst zuständig. Aber auch dort vertritt man die gleiche Position.

"Die Rechtsverordnung gibt mir als Bürgermeister keine andere Möglichkeit“ sagt beispielsweise Thomas Collmann, Bürgermeister der Gemeinde Beckingen. Seit 18. März ist hier das Grünschnitt- und Kompostierzwischenlager geschlossen. Sobald die Beschränkungen gelockert werden, will Collmann die Grünschnitt- und Kompostieranlage in Beckingen wieder öffnen. Wenn es soweit sei, werde man im Amtsblatt darüber informieren.

Schutz und Schonung der Mitarbeiter

Und Collmann weist nochmal daruf hin: „Es geht um den Schutz der Mitarbeiter, es geht aber auch um den Schutz der Bürgerinnen und Bürger. Das sieht auch der EVS so. Selbst wenn die Grüngutsammelstellen geöffnet hätten, würde der Entsorger nichts abtransportieren – um seine Mitarbeiter für die essentiellen Aufgaben zu schonen.

Sollten Müllwerker erkranken, müsse eine Notfallmannschaft da sein, sagt Marianne Lehmann. Es müsse ja auf jeden Fall gewährleistet sein, dass der Restmüll und das Biogut aus der Biotonne abgeholt und entsorgt werden, "denn das sind die Dinge, die im Sinne der Stadthygiene ansonsten gefährlich werden können.“

Zwischenlösungen

Apropos Biotonne: Geringe Mengen von Grüngut können zerkleinert und angetrocknet in der Biotonne entsorgt werden. Wer viel Grünschnitt habe, der verfüge in der Regel auch über eine größere Fläche und sollte das Grüngut in der derzeitigen Situation auf seinem Grundstück zwischenlagern, sagt Lehmann.

"Es sieht vielleicht nicht so adrett aus, aber ich glaube, das ist im Moment nicht unser größtes Problem.“ Wer Äste, Zweige, Strauch- und Baumschnitt auf jeden Fall zeitnah entsorgen muss, für den bietet der ZKE einen anmeldepflichtigen Abholservice an – jedoch nur für die Stadt Saarbrücken.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 09.04.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja