Matthias Maurer, ESA-Astronaut, steht in einem Modell des Columbus-Moduls der Internationalen Raumstation ISS. (Foto: Federico Gambarini/dpa-Bildfunk)

"Wir können nicht nach zwei Wochen sagen, ich will heim"

Interview Michael Friemel / Astronaut Matthias Maurer   20.03.2020 | 09:13 Uhr

Eine Ausgangssperre droht, schon jetzt bleiben viele Zuhause. Manchen fällt bereits die Decke auf den Kopf. Tipps vom Alleinsein-Experten, dem saarländischen Astronauten Matthias Maurer.

Matthias Maurer hat überhaupt keine Angst vor der "Ausgangssperre" auf der ISS. Er wisse, womit er sich beschäftigen könne und das sei das Wichtigste. Im Weltraum können man nicht nach zwei Wochen sagen, ich habe Lagerkoller und will wieder heim.

Ein Foto der ISS mit Blick auf die Erde.
Audio [SR 3, Interview Michael Friemel / Matthias Maurer, 20.03.2020, Länge: 04:45 Min.]
Ein Foto der ISS mit Blick auf die Erde.

Auf der ISS bleiben die Astronauten sechs Monate lang. "Deswegen werden wir vorher für diese Situation trainiert." Zum Beispiel hat Maurer Techniken gelernt, wie man mit einem Team umgehen kann, ohne, dass man Reibungspunkte aktiviert. Das sei nämlich die große Herausforderung. Die Astronauten lernten, dass jeder Angwohnheiten habe, die die anderen stören könnten und es zum Teil auch tun. Darüber ruhig zu reden, dann werde es den anderen bewusst und dann könne man das vermeiden.

Ein geordneter Tagesablauf ist wichtig

Matthias Maurer war in einer Höhle, er war über länger Zeit unter dem Meer. Sein Tipp: Nicht vier Wochen im Voraus denken, sondern an das Hier und Jetzt. Nach drei Tagen habe man sich dann auch an die Situation gewöhnt. Wichtig sei ein geordneter Tagesablauf. Telearbeit machen, Sprachen lernen, basteln, viel mit Freunden und Verwandten kommunizieren.

Matthias Maurer ist momentan in Köln. Dort sitzt man vergleichsweise eng aufeinander. Maurer wünscht sich, er wäre jetzt im Saarland, hätte mehr Platz, mehr Grün hinterm Haus, da könne man es viel einfacher durchhalten. Den Saarländern wünscht er: "Bleiben Sie tapfer und frohen Mutes!"

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 20.03.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja