Symbolbild: Illustration von Corona-Viren auf einer Saarlandkarte, Hintergrund: Laborsituation (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Corona-Quarantäne-Regeln im Saarland

Kollegengespräch: Renate Wanninger / Steffani Balle   07.10.2020 | 17:00 Uhr

Derzeit bereiten die Chefs der Staatskanzleien der Länder die Absprachen der Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen zur möglichst einheitlichen Quarantäne-Regelung für ganz Deutschland vor. Was genau besprochen wird, erfährt man zwar nicht, aber SR-Reporterin Steffani Balle hat mit dem Sprecher der Saarländischen Staatskanzlei Alexander Zeyer gesprochen.

Alexander Zeyer sagte zu SR-Reporterin Steffani Balle, dass es darum gehe, einheitlich für ganz Deutschland zu regeln, wie mit Reisenden aus Risikogebieten umzugehen ist: Müssen die in Quarantäne und wenn ja wie lange? Und da sei das Saarland Vorreiter in der Frage, was die Nachbar-Regionen angeht.

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Kollegengespräch über den aktuellen Stand der Corona-Quarantäne-Regeln im Saarland
Audio [SR 3, Renate Wanninger/Steffani Balle, 07.10.2020, Länge: 03:23 Min.]
Kollegengespräch über den aktuellen Stand der Corona-Quarantäne-Regeln im Saarland

Reisende aus Risikogebieten - unter 24 Stunden

Seit Montag gilt hier schon: Reisende aus Risikogebieten, die sich nicht länger als 24 Stunden im Saarland aufhalten, müssen nicht in Quarantäne. Also zum Beispiel, wenn der Lebenspartner in Luxemburg wohnt und übers Wochenende zu Besuch ins Saarland kommt. Oder Berufspendler, die nur zum Arbeiten hierher kommen. Diese Regelung habe Ministerpräsident Tobias Hans bei der Bundesregierung als allgemeingültige Regelung vorgeschlagen.

Reisende aus Berlin

Steffani Balle meint, es käme laut Zeyer darauf an, ob es ein Saarländer ist, der in Berlin Urlaub gemacht hat. Dann müsse er nicht in Quarantäne, weil die Berliner Bezirke nicht offizielle Risikogebiete laut dem Robert-Koch-Institut sind. Nur Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein hätten diese Reisebeschränkung. Käme aber ein Berliner aus einem dieser Bezirke hierher zu Besuch ins Saarland, müsse er mit einem ärztlichen Attest nachweisen, dass er gesund ist. Ansonsten darf er hier nicht übernachten. Das sei eine Regelung, die die Saarländische Landesregierung schon vor längerer Zeit in die Rechtsverordnung geschrieben hat.

Ausnahmen für Reisende aus Risikogebieten

Ausnahmen gelten für dienstliche Reisen oder für Aufenthalte aus medizinischen Gründen. Und auch, wenn innerhalb der Familie dringend Beistand benötigt wird, dann dürften auch die Angehörigen aus solchen Gebieten mit hohen Infektionszahlen ins Saarland kommen. Das aber habe jedes Bundesland selbst geregelt. Deshalb wünsche man sich an dieser Stelle Einheitlichkeit.

Reisende aus Risikogebieten müssen in Quarantäne

Laut Zeyer gelte im Saarland nach der aktuellen Verordnung, dass Reisende aus Risikogebieten in Quarantäne müssen, so SR-Reporterin Steffani Balle. Es sei denn, sie ließen  sich vor der Rückreise einen Corona-Test machen und der wäre negativ. Der befreie dann von der Quarantäne-Pflicht. Könne man das aber nicht vorweisen, müsse man sofort nach der Einreise in Quarantäne und das zuständige Gesundheitsamt informieren. Dieses bestimme dann, wann ein Corona-Test-Abstrich gemacht werde. Den müsse man mittlerweile als Risiko-Reisender auch selbst bezahlen. Und wenn der negativ ausfalle, könne die Quarantäne zwar verkürzt werden, müsse aber nicht. Also gelte generell: 14 Tage Quarantäne nach der Rückreise aus einem Risikogebiet. Und umgekehrt: Wer Besucher aus Risikogebieten beherberge, verstoße gegen die Pandemie-Schutz-Verordnung und könne mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro belegt werden.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 07.10.2020.

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