Videokonferenz bei IMC in Saarbrücken (Foto: imc AG)

IMC will Digitales Lernen etablieren

Yvonne Schleinhege / Onlinefassung: Axel Wagner   20.08.2020 | 14:53 Uhr

Der Corona-Lockdown war für viele Unternehmen im Saarland hart. Kurzarbeit, Entlassungen und Insolvenz, das ist die Schattenseite dieser Krise. Es gibt aber auch Unternehmen für die ist die Corona-Krise eine Chance – ein kleiner Kick. So auch für das Saarbrücker Software Unternehmen IMC.

Coronakrise als Chance: Softwareentwickler IMC
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 20.08.2020, Länge: 03:17 Min.]
Coronakrise als Chance: Softwareentwickler IMC

Ein Interview per Videoschalte: IMC-Vorstandschef Christian Wachter wird auf einer großen Leinwand zugeschaltet – für ein Software-Haus natürlich ein Kinderspiel. Das Saarbrücker Unternehmen ist Spezialist für digitales Lernen. Es konzipiert Angebote für Schulen, aber vor allem auch für Unternehmen. Das können, erklärt Wachter, zum Beispiel Produktschulungen oder Einzelthemen sein. Das Unternehmen entwickle Konzepte, wie Trainings, die bisher immer noch vor Ort stattgefunden haben, nun digital aussehen müssen.

Virtuell statt vor Ort

Der Trend ist da: früher haben die Unternehmen ihre Mitarbeiter, zum Präsenzunterricht verdonnert: Hunderte Leute in einem Raum, eine Präsentation an der Wand mit allen Infos, zum Beispiel zum neuen Auto. Heute findet vieles online statt, virtuell und interaktiv. Manchmal sieht es aus wie eine Art Computerspiel.

In Zeiten von Corona sind solche Angebote besonders natürlich gefragt. Die Corona-Krise war und ist für IMC ein richtiger Push. Man erwartet das umsatzstärkste Jahr der Unternehmensgeschichte, so Vorstand Sven Becker. „Wir sehen die Zukunft bei kleinen und mittelständischen Unternehmen.“ Das Thema Digitales Lernen rechne sich, da man mit den Trainings viele Menschen schnell erreiche.

Konzept fehlt häufig

Aber auch wenn diese Entwicklung natürlich viele neue Aufträge für das Saarbrücker IT-Unternehmen verspricht, wollen Sven Becker und Christian Wachter die Euphorie etwas bremsen. Für sie hat der digitale Schub, den viele durch die Corona-Krise auch sehen, auch eine schwierige Seite: Manche Unternehmen nutzen nun Skype, Teams oder andere kostenlose Videokonferenz-Software auch für die Fortbildung. Digitales Lernen sei das aber noch nicht.

Häufig fehlten beim Einsatz der digitalen Mittel das dazugehörige Konzept. Das berge die Gefahr, dass der Einsatz nicht von Dauer ist und man, wenn es nicht so funktioniert wie es soll, „verbrannte Erde“ generiere. Hier setzt IMC auf Nachhaltigkeit und will die Unternehmen an die Hand nehmen.

Unternehmen will aufbauen

Die Technik allein reicht aus Sicht der E-Learning-Spezialisten nicht. Dazu gehört ein darauf abgestimmtes Lernkonzept. Das heißt: auch wenn die Corona-Krise für einen digitalen Schub gesorgt hat, für IMC ein richtiger Push war. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit: Homeoffice, Homeschooling, virtuelle Konferenzen – all das hat sich in Windeseile etabliert. Auf dieser Basis müssen Firmen wie IMC jetzt aufbauen, um den Schwung aus der Krise mitzunehmen.  

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Mittag vom 20.08.2020 berichtet.

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