Eine 79jährige bekommt von ihrer Nachbarin eine Tasche mit den von ihr bestellten Lebensmitteln. (Foto: picture alliance/Roland Weihrauch/dpa)

Einkaufshelfer - mehr als nur Lebensmittelboten

Markus Person   13.11.2020 | 14:50 Uhr

Mit Beginn der erneuten Corona-Einschränkungen im November hat die Kreisstadt Saarlouis wieder ihren Vermittlungsservice für Einkaufshilfen aufgenommen. Viele haben sich als ehrenamtliche Helfer gemeldet - und so mancher war schon beim ersten Lockdown mit dabei. So zum Beispiel Emanuel, der seitdem, unabhängig vom Einkauf, zu einigen den Kontakt weiter pflegt, denn das Alleinsein sei für viele Menschen zum Teil belastender als Schwierigkeiten beim Einkauf, sagt er.

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Einkaufshelfer - mehr als nur Lebensmittelboten
Audio [SR 3, Markus Person, 13.11.2020, Länge: 02:50 Min.]
Einkaufshelfer - mehr als nur Lebensmittelboten

Im März und April, während des ersten Lockdowns, hatten sich bei Sozialarbeiterin Cramaro mehr als 40 Saarlouiserinnen und Saarlouiser gemeldet, die helfen wollten - mehr als tatsächlich gebraucht wurden. Seit knapp zwei Wochen ist Birgit Cramaro nun wieder am Telefonieren. Die Saarlouiser Senioren-Moderatorin hat ihre Helfer-Liste aus dem Frühjahr wieder ausgepackt - und mehr als ein dutzend Personen, die sie bereits erreicht hat, stehen schon zur Einkaufshilfe für andere Saarlouiser Bürger bereit. Der Kontakt zu den Helfern läuft dabei meist über das Telefon und viele davon kennt sie gar nicht persönlich.

Wenn aus der akuten Hilfe ein richtiger Kontakt wird

Wenn Birgit Cramaro Helfer und Hilfsbedürftige zusammenbringt, achtet sie immer darauf, dass die Helfer möglichst bei Menschen aus ihrem Stadtteil eingesetzt werden. "Unter Umständen könnte da ja ein kleines Netzwerk entstehen oder sogar Beziehungen, die über die Corona-Zeit hinausgehen könnten“, sagt sie.

Und dieser Plan scheint aufzugehen. Emanuel beispielsweise hatte sich schon im Frühjahr als Einkaufshelfer engagiert und sich gleich auch um mehrere Menschen in seiner Nachbarschaft gekümmert. Daraus seien Beziehungen entstanden, die bis heute hielten. So gebe es beispeisweise zwei Damen, mit denen er regelmäßiger telefoniere. Und das könnten dann mitunter schon sehr lange Telefonate werden, sagt er. "Man merkt, die Leute sind allein.“ Und dieses Alleinsein sei für viele Menschen zum Teil belastender als Schwierigkeiten beim Einkauf, sagt Emanuel. Deshalb seien die Begegnungen, die durch die Saarlouiser Einkaufshilfe entstanden sind oder neu entstehen, so wichtig, sagt er. Und am Ende profitierten beide Seiten.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 13.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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