Corona-Infektionskarte im Gesundheitsamt Landkreis St. Wendel (Foto: SR/Lena Schmidtke)

Im Einsatz gegen Corona

Lena Schmidtke   20.10.2020 | 12:15 Uhr

Die Zahl der Coronafälle steigt. Im Saarland wurden inzwischen fünf von sechs Landkreisen zum Risikogebiet erklärt. Die Gesundheitsämter haben die Aufgabe der Kontaktnachverfolgung, um so Ansteckungsketten zu unterbrechen. Damit sie weiterhin rechtzeitig Betroffene erreichen können, bekommen sie Unterstützung von Bundeswehr-Soldaten. Im Landkreis St. Wendel haben sechs Soldaten am 20. Oktober ihren Dienst angetreten. Bis Ende November werden sie das Gesundheitsamt unterstützen.

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Im Einssatz gegen Corona
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 20.10.2020, Länge: 02:56 Min.]
Im Einssatz gegen Corona

Sechs Bundeswehrsoldaten sitzen im Gesundheitsamt des Landkreises St. Wendel. Sie sitzen an großen Tischen, vor ihnen PCs, Fragebögen, Headsets. Ihre Aufgabe: Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes bei der Corona-Kontaktnachverfolgung zu unterstützen.

Die Soldaten sind vom Fallschirmregiment aus Zweibrücken. Dass sie auch im Katastrophenfall eingesetzt werden können, das war ihnen schon immer klar. Dass sie aber nun am Computer und Telefon sitzen, damit hatten sie eher weniger gerechnet. Nichtsdestotrotz: "Wir sind froh, dass wir unterstützen können. Dafür sind wir da, um der Bevölkerung zu helfen", sagt einer von ihnen. Und diese Hilfe ist höchst willkommen.

Der Landkreis St. Wendel verzeichnet in den letzten Tagen mehr und mehr Coronainfektionen. Stand am Abend des 19. Oktober: 413 Fälle. Der Inzidenzwert liegt bei rund 150.

Bundeswehr unterstützt Gesundheitsbehörden (20.10.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 20.10.2020, Länge: 02:44 Min.]
Bundeswehr unterstützt Gesundheitsbehörden (20.10.2020)

Froh über die Unterstützung

60 Mitarbeiter kümmern sich im Gesundheitsamt um die Kontaktnachverfolgung und es sei inzwischen eine Herkulesaufgabe, sagt der Gesamtkoordinator der Kontaktverfolgung Alexander Becker. "Wir telefonieren mit dem Indexpatient und den Menschen um ihn herum. Da entwickelt sich ganz schnell eine Liste von 40, 50 Personen." Die Kollegen telefonierten von 8.00 Uhr am Morgen bis 20.00 Uhr am Abend. Das Limit sei inzwischen erreicht. Deshalb sein man für die Unterstützung durch die Bundeswehr sehr dankbar.

"Wir sind darauf eingestellt, in jeglicher Situation zu helfen"

Insgesamt sind saarlandweit 40 Bundeswehrsoldaten bei der Kontaktnachverfolgung im Einsatz. Hinzu kommen noch 30 Sanitätssoldaten am Testzentrum in Saarbrücken. "Seit vielen Jahren sind unsere Soldaten auch bei Katastrophen eingesetzt: Waldbrände, Flutkatastrophen. Natürlich ist die Pandemie eine neue Situation, aber wir sind darauf eingestellt, in jeglicher Situation zu helfen und zu unterstützen", sagt der Kommandant des Landeskommando Saarland, Oberst Matthias Reibold.


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