Bahnhofsschild Grossrosseln (Foto: SR)

Bürgerbus in Großrosseln eingerichtet

mit Informationen von Patrick Wiermer   02.09.2020 | 08:38 Uhr

Seit dem 1. September rollt auch in Großrosseln ein Bürgerbus. Er soll vor allem ältere Bürger zu den zentralen Orten der Gemeinde bringen. Solche Busse fahren mittlerweile in vielen Gemeinden – ob sie funktionieren, hängt vor allem auch vom Engagement der Bürger ab.

Der Bürgerbus in Großrossel rollt - und das ohne Fördermittel. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Großrosseln betreibt den Bürgerbus ehrenamtlich, zurzeit stehen vier Fahrer zur Verfügung.

Bürgerbus in Großrosseln eingerichtet
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 01.09.2020, Länge: 03:03 Min.]
Bürgerbus in Großrosseln eingerichtet

Das Angebot richtet sich an Menschen, die den öffentlichen Personennahverkehr aus wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Gründen nicht nutzen können. Der Bus soll hilfsbedürftige Bürger, die nicht mehr mobil sind, vor der Haustür abholen und zum Arzt oder zum Einkaufen fahren. Er verkehrt nur innerhalb der Gemeindegrenzen. Wer nach Völklingen oder Saarbrücken möchte, wird an der entsprechenden Bushaltestelle abgesetzt.

Der Bus wird dienstags ganztägig und donnerstagsvormittags in der Gemeinde unterwegs sein. Er kann telefonisch gebucht werden. Die Fahrten sind für die Nutzer kostenlos, im Fahrzeug gibt es allerdings eine Spendenbox. Das Geld, das dort eingeworfen wird, dient dazu, die Spritkosten zu decken.

Die Gemeinde rechnet mit Kraftstoffkosten Dominik Jochum (CDU), von etwa 100 Euro im Monat, hinzu kommt die Versicherung in Höhe von 562 Euro jährlich. Der Start des Bürgerbusprojektes hatte sich verzögert, weil die Verwaltung noch prüfen wollte, ob ein Landeszuschuss beantragt werden kann.

Vorerst keine Fördermittel

Nach dem Gemeinderatsbeschluss steht nun fest: Großrosseln verzichtet auf eine mögliche Förderung. Die sei an Bedingungen geknüpft, die nur schwer zu erfüllen wären. So müsste zum Beispiel ein eingetragener Bürgerbusverein gegründet und ein detailliertes Betriebskonzept erarbeitet werden.

Ein neuer Bus musste in Großrosseln aber nicht angeschafft werden. Eingesetzt wird ein Fahrzeug, das früher von den Vereinen genutzt wurde. Dies ist aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht mehr möglich. „Wir können den Bürgerbus auch ohne Fördermittel sofort starten lassen“, versicherte Bürgermeister Dominik Jochum (CDU).

Wären alle Voraussetzungen erfüllt, würde etwa die Beschaffung eines barrierefreien und emissionsarmen Kleinbusses mit bis zu 9000 Euro bezuschusst. Für Beratungs-, Informations- und Schulungsleistungen im Vorfeld der Betriebsaufnahme gebe es 18.000 Euro.

Bürgerbus nach Vorbild anderer Gemeinden

Der Bürgerbus Kirkel fährt auf Parkplatz (Foto: SR)

Ganz neu ist die Idee des Bürgerbusses nicht. Auch Großrosseln hat sich auch bei anderen Kommunen informiert - etwa in Püttlingen oder Kirkel. In Kirkel fährt der Bus schon seit eineinhalb Jahren. Organisiert hat ihn Hans-Peter Schmitt. Nach einem schwierigen Start laufe es nun besser.

Nicht so in Sulzbach: Das „Busje“ stellte seinen Betrieb ein, weil die Genehmigung durch das Wirtschaftsministerium abgelaufen war. Mit den Passagierzahlen, etwa 10.000 in zwei Jahren, sei man zufrieden, heißt es aus dem Sulzbacher Rathaus. Nun soll ein neuer Anlauf gestartet werden, allerdings fanden sich bislang noch nicht genug Mitstreiter - auch wegen Corona.

Ein Thema in der "Region am Mittag" vom 01.09.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja