Patient wird behandelt (Foto: SR)

Bündnis für grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung geschlossen

mit Informationen von Marco Karp   24.11.2022 | 16:50 Uhr

In der saarländisch-lothringischen Grenzregion soll die Zusammenarbeit bei der medizinischen Versorgung ausgebaut werden. Dazu wurde am 23. November im Saarbrücker Schloss das "Bündnis für eine Gesundheitsversorgung ohne Grenzen" geschlossen.

Am 23. November unterzeichneten u.a. der Präsident des Eurodistricts SaarMoselle, Peter Gillo, und der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, im Saarbrücker Schloss das "Bündnis für eine Gesundheitsversorgung ohne Grenzen".

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Ausbau der Zusammenarbeit bei der medizinische Versorgung
Audio [SR 3, Marco Karp, 24.11.2022, Länge: 02:17 Min.]
Ausbau der Zusammenarbeit bei der medizinische Versorgung

Bisher bewege sich auf dem Gebiet noch zu wenig, so der Tenor der Veranstaltung. Bisher gibt es auf dem Medizinsektor nur Einzelabkommen für bestimmte Krankheiten. Mit dem Bündnis wolle man nun mehr Druck auf die Hauptstädte Berlin und Paris ausüben. Das Thema brauche dort mehr Aufmerksamkeit, heißt es. Denn von einer Zusammenarbeit könnten beide Seiten profitieren.

Einheitliche Regelungen gefordert

Ein starkes Signal sei, dass mit Jean Rottner als Präsident der Region Grand Est auch ein Schwergewicht der französischen Politik mit an Bord sei, sagen viele Teilnehmer. Rottner ist Arzt und kennt die Problemlage in der Region gut.

Er sieht vor allem im Bereich der Krankenkassen noch Hürden - in erster Linie bei Verträgen zwischen den Kassen. Für Probleme sorgten auch die unterschiedlichen Regelungen in Deutschland und Frankreich, "etwa wenn es um die Betreuung und den Status von Rentnern oder eines Arbeitslosen geht." Hier brauche es deshalb eine Angleichung, so Rottner.

Ein Gesundheitskorridor entlang der Grenze

Das große Ziel hießt: ein Gesundheitskorridor entlang der Grenze Saarlandes - Lothringen. Dafür will sich das neue Bündnis einsetzen.

Gilbert Schuh, Vertreter des Departement Moselle, umreißt den Plan eines solchen Korridors: "Wir wünschen uns, dass man sich in einem Krankenhaus behandeln lassen kann, bei einem Allgemeinmediziner, bei einem Spezialisten überall - ob in Kleinblittersdorf oder Großblittersdorf, ob in Völklingen oder Forbach oder Saarbrücken. Und dass das direkt bezahlt wird, ohne Papierkram."

Bis dahin haben die Akteure noch viel Arbeit vor sich. Mit dem neuen Bündnis zumindest soll die Diskussion um den Grenzkorridor wieder mehr an Fahrt aufnehmen.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" am 24.11.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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