Nur eine Attrappe, aber sie funktioniert

Nur eine Attrappe, aber sie funktioniert

Christian Ignatzi   25.04.2019 | 10:00 Uhr

Eine Blitzersäule im Vorgarten – das gibt es in Saarbrücken zu sehen. Ein Anwohner hat sie gebaut, um damit die Autofahrer auszubremsen, die in der 30er-Zone einfach zu schnell unterwegs sind. Und das sind nicht wenige. SR-Reporter Christian Ignatzi hat den findigen Anwohner besucht.

Saarbrücken, Rußhütter Straße. Mitten in einem Wohngebiet in einer 30er-Zone steht in einem Vorgarten eine Blitzersäule. Wer sich dort nicht auskennt, bremst abrupt ab, wenn er zu schnell unterwegs war. Nur wenn man genauer hinsieht fällt auf, dass diese Blitzersäule eher ungewöhnlich ist: Sie wurde aus einem Kanalrohr gebaut.

"Erfinder" dieser ganz speziellen Blitzersäule ist Werner. Ihn hat es einfach geärgert, dass sich in der Straße kaum jemand an die 30 km/h gehalten hat. Und da die Stadt nicht auf seine Beschwerde reagierte, hat er zu Kanalrohr und Pinsel gegriffen. Seit Anfang des Jahres steht der Blitzer - und zumindest in der Anfangszeit hat er dafür gesorgt, dass sich der Verkehr in der Rußhütter Straße tatsächlich beruhigt hat.

Polizei toleriert die Attrappe

Die Nachbar finden seine Blitzersäule gut. Ordnungsamt und Polizei haben ihn bisher in Ruhe gelassen. "Grundsätzlich kann man Gegenstände auf seinem Privatgrundstück aufstellen, es kommt auf die Umstände des Einzelfalls an. Es sollten da keine Gefährdungen in den Verkehrsraum reinragen", sagt Polizeisprecher Clemens Gergen. Wenn es eine Gefährdung des Verkehrs oder eine Störung des Verkehsflusses gebe, könnte es eine Prüfung geben und im Zweifelsfall könne man sich damit auch strafbar machen, so Gergen.

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" am 25.04.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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