Abgestorbene Bienen auf einem Gitter (Foto: SR Fernsehen)

Bienensterben in Marpingen

mit Informationen von Herbert Mangold   28.03.2022 | 12:59 Uhr

Der Frühling ist da und eigentlich sollten jetzt viele Bienen unterwegs sein, um Nektar zu suchen. Doch das vergangene Jahr und der Winter haben für ein Bienensterben gesorgt, dem saarlandweit viel mehr Völker zum Opfer gefallen sind, als gedacht. Herbert Mangold war in Marpingen unterwegs und hat die örtlichen Bienenhalter getroffen.

Eigentlich sollten die  Bienenkästen von Claudia Sitzmann vom Imkerverein Marpingen voller Leben sein. Doch stattdessen stehen sie leer herum. Im Augenblick muss die Jungimkerin die letzten toten Tiere entsorgen. Keines ihrer vier Völker hat überlebt. Ein Schock.

Bienensterben in Marpingen
Audio [SR 3, Herbert Mangold(c) SR, 29.03.2022, Länge: 02:41 Min.]
Bienensterben in Marpingen

Über 100 von 150 Bienenvölker des Vereins sind tot

Im Winter sterben immer ein Teil der Bienen ab. Das ist ein Stück weit normal. Dass es aber Komplettverluste gibt, das ist sehr selten. Claudia Sitzmann ist nicht die Einzige, die jetzt oder schon im Winter die toten Völker entsorgen musste. Rund 150 Völker hatte der Imkerverein Marpingen im vergangenen Jahr. Jetzt sind über 100 tot.

Schlechtes Wetter, wenig Futter und Krankheiten sind die Ursache

Auch bei Diethelm Geßner sind fast alle Völker gestorben. Die Ursachen seien vielfältig, sagt der Imker. Das Wetter sei zu schlecht gewesen, dadurch hätten die Bienen kein Futter gefunden, der Nachwuchs hätte nicht richtig ernährt werden können und sei deshalb anfälliger für Krankheiten gewesen.

Imker machen weiter

Doch aufgeben wollen die Imker in Marpingen nicht. Sie möchten in diesem Jahr neue Völker aufziehen. Sie wollen aus den restlich verbliebenen Völker Ableger bilden, im Mai zunächst die ersten, vielleicht zwei, drei pro Volk und aus denen die Völker wieder aufbauen. Doch es braucht seine Zeit, bis die über 100 gestorbenen Völker ersetzt werden können.

Folgen für die Honigernte 2022

Das hat logischerweise auch Auswirkungen auf die diesjährige Honigernte im Saarland, so die Einschätzung des Vereinsvorsitzenden Diethelm Geßner. Er geht davon aus, dass es in diesem Jahr viel weniger Honig geben wird. Immerhin – die ersten Honigsammler sind jetzt schon unterwegs. Und wenn das Wetter in diesem Jahr stimmt, könnten die Bienen genügend Nahrung finden - für sich und ihren Nachwuchs. Dann könnte es wieder mehr Honig geben. Zwar nicht in diesem, aber dann im nächsten Jahr.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 29.03.2022. auf SR 3 Saarlandwelle.

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