Transparent der Büberinitative "Hände weg vom Schmelzer Wald" (Foto: Patrick Wiermer)

Weiter Streit um den Schmelzer Wald in St. Ingbert

Patrick Wiermer   15.09.2021 | 15:19 Uhr

Die Saarländer wollen bauen, viele suchen aber auch Wohnungen. Gleichzeitig sind viele stolz auf die vielen Waldgebiete, die es im Saarland gibt. Die einen wollen Teile des Waldes roden, um bauen zu können, die andere wollen den Wald schützen. Das führt zu Konflikten, wie derzeit in St. Ingbert.

Weiter Streit um den Schmelzer Wald in Sankt Ingbert
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 15.09.2021, Länge: 03:03 Min.]
Weiter Streit um den Schmelzer Wald in Sankt Ingbert

Wenn Kommunen Baugebiete ausweisen, führt das nicht selten zur Gründung einer Bürgerinitative (BI). So etwa in St. Ingbert. Die dortige BI befürchet, dass mit der Bebauung große Teile des Schmelzer Waldes verloren gehen - und damit ein Stück der grünen Lunge der Stadt.

1,6 Hektar Wald sollen in St. Ingbert Süd zu Bauland gewandelt werden. Rund ein Dutzend Bürger haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen und nach eigenen Angaben mehr als 1700 Unterschriften gesammelt. Der Wald, sagen die Mitglieder der BI, betrifft die ganze Stadt. Er bestehe zu 90 Prozent aus Laubwald, darunter seien viele alte Buchen. Außerdem trage er zur Artenvielfalt bei. Hauptargument der BI: Der Wald liege im Grundwasserschutzgebiet. Darum dürfe dort gar nicht gebaut werden.

Straße am Wald bereits einseitig bebaut

In der Stadtverwaltung heißt es, wegen der derzeit angespannten Lage auf dem Wohnraummarkt zähle jede Wohneinheit, die schnellstmöglich dem Markt und somit den Suchenden zur Verfügung stehe. Das Gebiet am Schmelzer Wald sei geeignet, auch weil die Straße bereits erschlossen wurde und mittlerweile einseitig bebaut ist.

Darum könne umgehend auf der anderen Straßenseite Wohnraum erschlossen werden. Dabei werde vergleichsweise wenig Fläche verbraucht. Wegen der ebenen Lage könne barrierefrei und seniorengerecht gebaut werden. Bis zu 26 Wohneinheiten könnten so dort entstehen.

Umweltministerium: ein "sensibler Bereich"

Konkrete Planungen, ob und wie gebaut wird, gibt es für das Gebiet noch nicht. Kommt es dann irgendwann zum Bebauungsplanverfahren, werden auch die Auswirkungen auf die Umwelt geprüft. Das macht dann das Umweltministerium. Doch dort gibt es auch schon ohne Prüfung Vorbehalte. Auf SR-Anfrage heißt es: Beim Schmelzer Wald handele es sich um einen „sensiblen“ Bereich.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 15.09..2021 berichtet.

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