Bettwanze (Foto: picture alliance / blickwinkel/H. Duty)

Reisemitbringsel Bettwanze

Lena Schmidtke   09.06.2020 | 09:40 Uhr

Bettwanzen sind kleine, lästige Parasiten. Sie ernähren sich von Blut und leben in den Schlafplätzen ihrer Opfer. Sie sind zwar nicht gesundheitsschädlich, aber sie lösen einen Juckreiz aus und vermehren sich zudem rasant schnell. In einem solchen Fall hilft nur eins: Schädlingsbekämpfer rufen.

Bettwanzen sind eine Plage
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 09.06.2020, Länge: 03:26 Min.]
Bettwanzen sind eine Plage

Hotels, Gästehäuser oder Jugendherbergen – durch Unterkünfte mit oft wechselnden Gästen werden Bettwanzen leicht verbreitet. Sie reisen in der Kleidung oder im Koffer mit und so gelangen sie auch ins heimische Bett.

Bettwanzen gibt es überall auf der Welt. Auch bei uns. In Paris beispielsweise habe es 2019 rund 400.000 Einsätze gegen Bettwanzen gegeben, sagt Schädlingsbekämpfer Rolf Peifer. Das heißt, in der Stadt waren mindestens 400.000 Zimmer mit Bettwanzen verseucht - 30 Prozent mehr als im Jahr davor. Auch im Saarland sind die Schädlingsbekämpfer regelmäßig im Bettwanzeneinsatz, zurzeit drei bis vier Mal pro Monat.

Keine Frage der Hygiene

Viele scheuen sich davor, bei einem Verdacht auf Befall einen Schädlingsbekämpfer zu rufen - aus Scham. Dabei hat ein Befall mit Bettwanzen nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. "Sie bringen sich die Tiere mit, sie merken gar nichts davon und dann werden Sie morgens wach, haben mehrere Stiche und wundern sich, wieso es im Winter Stechmücken gibt", sagt Peifer.

Zur Bekämpfung der Bettwanzen gibt es zwei Methoden. "Wir heizen die Zimmer hoch. Dann ist nach zwei Tagen das Zimmer wieder benutzbar", sagt Peifer. Es gebe auch die Möglichkeit, Gift einzusetzen. Das müsse aber mehrmals im Abstand von einigen Wochen erfolgen und in dieser Zeit sei das Zimmer nicht nutzbar.

Bettwanzenspürhund Emma. (Foto: Lena Schmidtke)
Bettwanzenspürhund Emma.

Spürnase im Bettwanzeneinsatz

Um Bettwanzen aufzuspüren, hat Peifer eine ganz besondere Mitarbeiterin ausgebildet: Emma. Sie ist eine Labradorhündin. Zusammen mit seiner Frau Ute, die Hundeführerin ist, hat Rolf Peifer die Hündin auf das Aufspüren von Bettwanzen trainiert. Der Grundgedanke dahinter: Wenn es in einem Zimmer einen Befall gibt, kann man die Hundenase überprüfen lassen, ob vielleicht noch weitere Räume befallen sein könnten.

Ein ganze Jahr lang wurde mit Emma dreimal pro Woche trainiert. Anfang März hatte sie ihre Prüfung – und ist jetzt ist Emma der einzige zertifizierte Bettwanzenspürhund der Saar Lor Lux Region.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 09.06.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja