Illegal entsorgter Müll im Wald (Foto: SR)

Den Wald als Müllhalde missbraucht

Emil Mura   13.08.2020 | 12:15 Uhr

Im Wald bei St. Ingbert ist vermutlich von einem fahrenden Händler Müll entsorgt worden. Er war von einem Privathaushalt mit der Entsorgung beauftragt worden und hat dafür 300 Euro kassiert. Er hat den Müll dann wohl einfach in den Wald gekippt. Aber nicht nur Betrüger entsorgen Müll im Wald. Und nicht nur der Wald von St. Ingbert ist betroffen.

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Auf den Spuren der illegalen Müllensorger im Wald
Audio [SR 3, Emil Mura, 13.08.2020, Länge: 02:44 Min.]
Auf den Spuren der illegalen Müllensorger im Wald

Ein Waldstück im Norden von St. Ingbert. Zwischen gewöhnlichem Hausmüll liegen Eimer, Styropor und anderer Schutt. In der Regel deutet die Größe der Müllhaufen auf Privatpersonen hin. Sie suchen sich ein Plätzchen nahe der Straße oder an einem Waldweg und leeren ihren Kofferraum. Hier war es offenbar anders. "Das ist jetzt hier eine Stelle im Wald, die ist wirklich weit ab von jedem Weg. Ich denke deswegen, dass es ein geländegängiger Lkw gewesen sein muss, der hier benutzt wurde", sagt Förster Benedikt Krächan. Er vermutet, dass von der betreffenden Person nicht zum ersten Mal Müll im Wald entsorgt wurde, denn es sei fast schon professionell vorgegangen worden.

Warnung vor fragwürdigen Entsorgungsfirmen

Nicht nur der Wald von St. Ingbert ist von illegaler Müllentsorgung betroffen. Auch im Wald von Spiesen-Elversberg haben Unbekannte Müll abgeladen. Bürgermeister Bernd Huf glaubt, dass hier dieselben oder ähnlich organisierte Täter am Werk waren. In der ersten Augustwoche seien beispielsweise zehn Kubikmeter Holz oder Möbel abgeladen worden. Er vermutet, dass irgendwelche Firmen beauftragt wurden, den Keller zu entrümpeln und diese - anstatt den Sperrmüll fachmännisch zu entsorgen - den Müll im Wald abladen. Huf warnt deshalb eindringlich davor, Müll fragwürdigen Entsorgungsfirmen mitzugeben.

Für Besitzer kann es teuer werden

Bevor der Müll im Wald ordnungsgemäß in der Deponie entsorgt wird, gibt es erst einmal eine Spurensicherung, um mögliche sachdienliche Hinweise zu finden. Sollte die Polizei den Besitzer tatsächlich ausfindig machen, wird es teuer für ihn. Er muss am Ende nämlich gleich drei Mal für seinen Müll zahlen: einmal für die illegale Ensorgung im Wald, einmal für den Abtransport durch den Bauhof und einmal das Bußgeld, das erhoben wird. Das beläuft sich auf circa 2.500 Euro. Ein Besitzer wurde bereits gefunden.


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Video [aktueller bericht, 12.08.2020, Länge: 3:33 Min.]
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Unbekannte haben im St. Ingberter Wald massenhaft Müll abgeladen. So etwas kommt zwar immer wieder vor, in den vergangenen Wochen hat es aber neue Ausmaße angenommen. Betroffen ist aber nicht nur der Wald in St. Ingbert. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch im Wald von Spiesen-Elversberg.

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