Pakete mit gepresstem Plastikmüll auf einem Platz (Foto: SR)

Wie gelingt ein Leben (fast) ohne Plastik?

Nadine Thielen im Gespräch mit Nadine Schubert   17.11.2022 | 16:40 Uhr

Plastik ist in unserem Alltag allgegenwärtig. Kaum eine Verpackung, kaum ein Gebrauchsgegenstand kommt ohne den Kunststoff aus. Das sorgt für jede Menge Müll und gefährdet Umwelt und Klima. Für einen Ausstieg macht sich die Autorin Nadine Schubert stark. Im SR-Interview erzählt sie, wie der gelingen kann.

Im Jahr 2019 verbrauchte jeder Einwohner in Deutschland im Schnitt rund 39 Kilogramm Verpackungsmüll. Auch wenn Plastikmüll in Deutschland weitestgehend weiterverwertet wird - durch Verbrennung oder Recycling - landet immer noch jede Menge Plastikmüll in unserer Umwelt.

Auch Mikroplastik, das zum Beispiel über Kunststoffflaschen oder Zahnputzmittel in unser Wasser gelangt, ist allgegenwärtig. Dieses Mikroplastik, für das Auge nicht erkennbar, könnte möglicherweise gesundheits- und umweltschädlich sein. 2013 wollte Nadine Schubert aus all dem aussteigen und lebt seitdem weitestgehend ohne Plastik. Aber wie kann das gelingen?

Audio

"Der meiste Müll kommt durch den Lebensmitteleinkauf"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen / Nadine Schubert, 17.11.2022, Länge: 04:40 Min.]
"Der meiste Müll kommt durch den Lebensmitteleinkauf"

Auf die Verpackung kommt es an

Ganz ohne Plastik komme auch sie nicht aus, sagt Nadine Schubert. Natürlich gebe es auch bei ihr zuhause Lichtschalter, Fernseher, Spielzeug und alles an Geräten, die Plastik enthalten. „Aber wir leben ohne Plastikmüll.“, so Schubert. Das sei viel wichtiger als „ein Leben ohne Legosteine“. Heißt: Kein Verpackungsmüll – beispielsweise bei Joghurtbechern, Tetrapacks oder Käse.

Seit 2013 lebt Schubert nun so. Damals habe sie eine Doku über Plastikmüll gesehen und sei auch als Journalistin so geschockt gewesen, dass sie seitdem auf Verpackungsmüll aus Plastik verzichte.

Unbekannte Risiken bei Mikroplastik

Ein weiteres wichtiges Thema für Schubert: Plastik, das sich in flüssiger Form in unseren Alltagsprodukten verberge – zum Beispiel in Putzmitteln oder Pflegeprodukten. Dieses sogenannte Mikroplastik sehe man nicht. Man wisse nur, dass es sich im Wasserkreislauf nicht abbaue – mit bisher ungewissen Folgen für Gesundheit und Umwelt. Dieses Plastik sei noch viel gefährlicher als beispielsweise eine Plastiktüte.

Wie Verpackungsmüll sparen?

Was aber kann man tun, um Plastikmüll zu vermeiden? Wie und wo kann man anfangen? Hier lautet Schuberts Antwort: beim Lebensmitteleinkauf. Denn hier entstehe der meiste Plastikmüll. Ein erster Schritt könne hier sein, von Tetrapacks auf Pfandflaschen aus Glas umzusteigen. Das spare schon sehr viel. Ein weiterer Tipp: Wo es geht, lose Ware kaufen und sich seine Behälter dafür selbst mit ins Geschäft nehmen. Außerdem empfiehlt Schubert, von "flüssig auf fest" umzusteigen. Heißt zum Beispiel: Festes Schampoo und Duschzeug kaufen. Auch das spare letztlich viel Verpackung ein.


Buchtipp

Anneliese Bunk, Nadine Schubert : Besser Leben ohne Plastik (Foto: oekom Verlag)

Nadine Schubert, Annelise Bunk:
"Besser leben ohne Plastik:
Tipps und Rezepte, wie es anders geht"
Oekom Verlag (22. Februar 2016)
Paperback,‎ 112 Seiten
ISBN: 978-3865817846
Preis: 14,00 Euro


Weitere Infos

Blog:
www.besser-leben-ohne-plastik.de

Nadine Schubert zu Gast in "Aus dem Leben"
Mehr zum Thema können Sie am Dienstag, 22. November, ab 20.00 Uhr in SR 3-Aus dem Leben hören. Dann ist Nadine Schubert zu Gast bei Moderator Uwe Jäger.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" am 17.11.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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