Das Strafgesetzbuch steht auf einem Tisch (Foto: SR)

Berufungsverfahren im Fall des tödlichen Verkehrsunfalls

Thomas Gerber   06.11.2018 | 16:30 Uhr

Vor dem Landgericht hat am 6. November das Berufungsverfahren zu dem tödlichen Unfall auf der A620 bei Klarenthal begonnen. Die Unfallverursacherin war in erster Instanz vom Amtsgericht Völklingen wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr, zu drei Monaten Fahrverbot und 10.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dagegen waren die Verteidigung und die Eltern des Opfers in Berufung gegangen.

Die Fahrerin eines SUVs war im August 2016 ungebremst in einen Stau gerast. Der 23-jährige Chris, der mit seinem Kleinwagen am Stauende stand, wurde getötet, fünf weitere Personen wurden verletzt.

Am ersten Verhandlungstag der Berufungsverhandlung schwieg die 42-jährige Angeklagte Nicole F. Über ihren Anwalt ließ sie aber eine Erklärung abgeben - einschließlich einer Entschuldigung.

Die Erklärung des Anwalts

Der Unfall würde seiner Mandantin leid tun, so der Anwalt. Dass sie den Unfall verursacht habe, sei nicht zu leugnen. Aber Nicole F. könne sich an nichts mehr erinnern. Nach den schrecklichen Geschehnissen habe sie sich in ärztliche Behandlung begeben. Neurologisch bestehe nun der Verdacht, dass seine Mandantin an Epilepsie leiden könnte. Ein Krampfanfall vor dem Unfall - das könne die Ursache für den verheerenden Crash gewesen sein, könne erklären, warum sie trotz Tempotrichters mit bis zu 100 statt der vorgeschrieben 60 Stundenkilometer in den Stau raste.

Die Eltern des getöteten jungen Mannes sind von dieser Aussage nicht überzeugt, für sie sind das Ausflüchte.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 06.11.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

Artikel mit anderen teilen