zwei Personen stoßen freundschaftlich die Fäuste aneinander (Foto: pixabay/emiliamaghiar)

Begrüßungsrituale in Zeiten von Corona

Lena Schmidtke   14.07.2020 | 08:22 Uhr

Corona verdonnert uns zu 1,5 Meter Abstand und keinem Körperkontakt. Auf die üblichen Begrüßungsformen wie Handschlag oder Küsschen rechts, Küsschen links sollen wir verzichten. Wie machen es die Saarländerinnen und Saarländer und wie wichtig sind diese Begrüßungsformen überhaupt? SR-Reporterin Lena Schmidtke hat nachgefragt.

Begrüßungshuddel: Was ist angebracht und was nicht?
[SR 3, Lena Schmidtke, 14.07.2020, Länge: 01:30 Min.]
Begrüßungshuddel: Was ist angebracht und was nicht?

Begrüßungküsschen, Umarmung, Hände schütteln - seit Corona alles tabu. Stattdessen begrüßen wir uns mit einem Distanz-Hallo, Ghettofaust und Ellbogenkontakt. Denn ohne Begrüßung gehe es nicht, sagt der Soziologe Wolfgang Meyer. Begrüßungen sein ein wichtiges Symbol, zeige die freundschaftliche Haltung. Begrüßungen gehören also zu unserer Kultur.

Der Handschlag

Der Handschlag stammt von den alten Römern. Die rechte Hand sei die Waffen tragende Hand gewesen und der Handschlag sei deshalb "eine Geste des Friedens" gewesen, so Meyer. Diese Geste gelte sein 2000 Jahren "und ist bei uns von Kindesbeinen an gelernt." Dementsprechend fällt es den meisten schwer, auf den Handschlag zu verzichten. Und oftmals zuckt die Hand auch ganz automatisch nach vorne.

Den Handschlag als Begrüßungsgeste werden wir auch nicht verlieren. "Solche Rituale haben eine unglaubliche Resistenz", sagt der Soziologe. Eine Veränderung solcher Rituale würde sich nur sehr langsam vollziehen.

Seit den Corona-Lockerungen ist zu beobachten, dass hier und da die ersten wieder zu den alten Begrüßungsformen zurückkehren. Das könne durchaus zu Irritationen führen bei denjenigen, die aus Sorge vor Ansteckung auf Distanz beharren, sagt Meyer. Er ist sich aber sicher, dass sich dies in der Regel mit einem Lachen auflöst.

Video

Video [aktueller bericht, 06.07.2020, Länge: 3:09 Min.]
Begrüßungsrituale in Zeiten von Corona
Wie Menschen sich begrüßen, kann je nach Aufenthaltsort stark variieren. Im Saarland und Umgebung gehören „Küsschen links und rechts“ zum Alltag. Aber wie begrüßen sich die Saarländer, wenn doch wegen der Corona-Pandemie „Abstand halten“ angesagt ist?

Ein Thema in "Guten Morgen" und der "Region am Mittag" am 14.07.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen


Ihre Meinung

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja