Arbeiten im Wald (Foto: Steffani Balle/SR)

Neue Baumkrankheit in Wallerfangen

Mit Informationen von Steffani Balle   18.06.2020 | 17:59 Uhr

Die Rußrindenkrankheit ist eine Pilzkrankheit, die Bäume befällt, die schon schwach oder abgestorben sind. Diese Krankheit hat Ahornbäume auf dem Saargau zwischen Kerlingen und St. Barbara (Gemeinde Wallerfangen) erwischt. Sie wurden am Donnerstag gefällt.

Neue Baumkrankheit in Wallerfangen
Audio [SR 3, Steffani Balle, 18.06.2020, Länge: 03:09 Min.]
Neue Baumkrankheit in Wallerfangen

Zwei Männer in Schutzanzügen lassen die Säge kreisen. Ein rundes Dutzend befallener Ahornbäume fällen sie aus dem Grünstreifen zwischen der Landstraße und dem Fuß- und Fahrradweg entlang der Kerlinger Felder. Das muss sein, sagt Carolin Löw, beim Landkreis Saarlouis zuständig für die Baumkontrollen der kreiseigenen Flächen. „Die Bruchsicherheit kann ich mehr eingeschätzt werden, und dadurch haben wir hier halt einfach ein Verkehrssicherheitsrisiko. Da müssen wir handeln, damit man hier auch guten wir wissen bislang spazieren kann.“

Gewissheit durch Laboruntersuchung

Die Baumkontrolleure des Landkreises haben orangefarbene Markierungen an den Ahornbäumen angebracht, bei denen sie die Rußrindenkrankheit vermuten. „Der Name kommt daher, dass der Stamm aussieht, als wäre er abgekokelt worden“, so Carolin Löw. „Wenn die Rinde dann entfernt wird, sieht man darunter eine schwarze Sporenlage.“

Letztlich Gewissheit brachte der Augenschein aber noch nicht. Das bestätigte erst die Laboruntersuchung. Obwohl es den Pilz schon lange gibt, ist dieser Befall doch der erste bekannte im Landkreis Saarlouis, und der einzige auf Wallerfanger Gemarkung, bekräftigt Bürgermeister Horst Trenz (SPD). Auch sein Baumgutachter sei ständig unterwegs, um kranke und potentiell umsturzgefährdete Bäume ausfindig zu machen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Keine akute Gesundheitsgefahr

Wenn ein Ahorn befallen ist heißt das nicht, dass gleich die gesamten umstehenden Bäume angesteckt werden. Auch für Menschen, die an den kranken Bäumen entlang spazieren besteht nach Aussage der Expertin keine akute Gesundheitsgefahr. Dafür müsste man schon intensiven Kontakt mit den Sporen haben. „Es gibt eine Gesundheitsgefährdung, deswegen tragen die Männer auch Schutzanzüge. Aber bislang ist in ganz Deutschland nur ein Fall bekannt.“

Zwar könne es zu einer allergischen Reaktion und einer Entzündung der Lungenbläschen kommen, so Löw. Dafür müsse man aber über 200 Stunden mit dem Holz arbeiten oder im Waldbestand eine halbe Stunde gegen den Stamm klopfen, sodass die Sporen fliegen und eingeatmet werden. Der Vorteil für die Arbeiter jetzt sei der starke Regen gewesen, so Löw. Dadurch seien die Sporen abgewaschen worden.

Bäume landen nicht im Kompost

Auf den Kompost gehört der abgeschnittene, kranke Ahorn nicht. Dieser hier soll entweder geschreddert und verbrannt werden oder gleich ins Feuer, gelangt also nicht in den Rindenmulch oder Gartenerde. Den Pilz, der für die Rußrindenkrankheit verantwortlich ist, könne jeder in seinem Garten finden, sagt Löw, auch an gesunden Ahornbäumen. „Der schlägt aber erst zu, wenn der Baum geschwächt ist.“

Ein massenhaftes Absterben wie bei den Eschen im vorigen Jahr steht nach Aussage der Expertin nicht zu befürchten. Doch die Erkrankung zeige sich bei Wassermangel und Trockenstress. „Das sind halt einfach die Folgen des Klimawandels.“ Gerade der Ahorn galt bislang als sehr robuster Baum, der genau in unsere heimischen Wälder passt.

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Nachmittag vom 18.06.2020 berichtet.

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