Bärenklau (Foto: Lisa Huth/SR)

Vorsicht vor dem Bärenklau

Steffani Balle/Red   05.07.2021 | 09:58 Uhr

Der Riesen-Bärenklau wird bis zu drei Meter groß und hat weiß blühende Stauden. Er kommt bei uns vor allem an Wald- und Wiesenrändern, mitunter aber auch auf privaten Grundstücken vor. Die Pflanze ist giftig. Der Kontakt kann böse Verbrennungen zur Folge habe. Und auch beim kleinere Wiesen-Bärenklau sollte man Vorsicht walten lassen.

Alle Pflanzenbestandteile und besonders der Saft des Bärenklaus sind giftig. Unter Sonnenlichteinwirkung löst der Saft Verbrennungen aus, eine sogenannte phototoxische Reaktion. Besonders stark ist die Wirkung beim Riesen-Bärenklau, der sich auch im Saarland immer mehr verbreitet. Hautkontakt sollte also möglichst vermieden werden.

Daran erkennt man den Bärenklau

Riesen-Bärenklau wird zum Problem (Foto: imago/Manfred Ruckszio)
Riesen-Bärenklau wird zum Problem

Der Bärenklau blüht meist in weißen, manchmal in rosa Dolden und kann stellenweise über drei Meter hoch werden. Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Gerne wächst er an Böschungen und am Wegesrand. Die krautigen Pflanzen haben knotige, meist gerippte und weit verzweigte Stängel. Die Laubblätter sind groß, breitlappig und ein- bis dreifiederig. Die unteren Blätter sind gestielt.

Am giftigsten ist der Riesen-Bärenklau. Eine ähnlich toxische Wirkung hat auch der in Mitteleuropa weit verbreitete Wiesen-Bärenklau. Er sieht ähnlich aus, ist aber insgesamt kleiner. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen außerdem mit Engelwurz.

Riesen-Bärenklau und seine Doppelgänger

So kann man sich schützen

Vor den hautreizenden Wirkungen des Bärenklaus kann man sich ganz einfach mit entsprechender Kleidung schützen. Vorsicht sollte man auch beim Rasenmähen walten lassen: Der Pflanzensaft wird hier manchmal regelrecht versprüht und gelangt so auf die Haut.

Was tun bei Verbrennungen?

Symptome
Die giftige Wirkung des Bärenklaus zeigt sich vor allem auf der Haut, nachdem die Pflanze berührt wurde.

Vorsicht vor dem Riesen-Bärenklau!
Audio [SR 3, Steffani Balle, 05.07.2021, Länge: 03:36 Min.]
Vorsicht vor dem Riesen-Bärenklau!

Allerdings zeigen sich Symptome nicht unbedingt sofort. Erst durch Sonneneinstrahlung kommt es zu stark juckenden Hautentzündungen, die Verbrennungen dritten Grades ähneln. Auch können sich unangenehme Blasen oder Schwellungen bilden, die erst nach mehreren Wochen abheilen und Narben hinterlassen sowie zu Pigmentstörungen führen können.

Besonders empfindliche Menschen müssen den Riesen-Bärenklau nicht einmal berühren. Hier kann der bloße Aufenthalt in der Nähe einer Pflanze zu Atemproblemen führen.

Erste Hilfe
Sollten Sie mit Bärenklau in Kontakt gekommen sein, sollten Sie Sonnenlicht meiden. Die betroffene Hautstelle sollten Sie am besten mit Wasser und Seife reinigen. Bei starken Verbrennungen ist es empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen, vor allem wenn Kinder betroffen sind.

Richtige Bekämpfung

Bärenklau (Foto: Lisa Huth/SR)

Nicht abmähen
Möchte den Bärenklauwuchs loswerden, bringt abmähen leider nichts. Sie bildet sofort einen Nottrieb aus und die Pflanze treibt bald neu aus.

Pflügen und Ausreißen hilft nur bedingt
Zwar werden beim Pflügen die Pflanzen sofort vernichtet, die an der Bodenoberfläche liegenden Samen können jedoch bei günstigen Witterungsverhältnissen sofort wieder aufkeimen. Deshalb muss das Umpflügen und Ausreißen auf jeden Fall wiederholt werden.

Unkrautvernichter problematisch
Pflanzenschutzmittel dürfen ohne Genehmigung nur auf landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen und nicht an Gewässern benutzt werden. Außerdem sind sie gefährlich für Bienen und Fische und andere Kleinstlebewesen.

Heißwasserbehandlung
Eine thermische Bekämpfung mit Heißwasser oder Heißschaum ist aufwendig, teuer und zerstört unter Umständen die komplette Grasnarbe.

Mechanische Entfernung
Die kostengünstigste und umweltfreundlichste Variante, den Bärenklau loszuwerden, ist, die mechanische Entfernung mithilfe einer Gartenkralle. Hierbei sollte man Schutzkleidung tragen und darauf achten, die Pflanze samt Wurzel zu entfernen. Am besten geeignet sind trockene Tage, um ein erneutes Aufkeimen von Samen zu vermeiden.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 05.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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