Bachforelle (Foto: pixabay)

Tausende Bachforellen für die Blies

Julia Becker   14.05.2021 | 16:55 Uhr

Die Bachforelle ist eine saarländische Leitfischart und ihr natürlicher Lebensraum sind unsere heimischen Fließgewässer. Der saarländische Fischereiverband hat 30.000 junge Bachforellen soweit aufgezogen, dass sie in der Blies freigesetzt werden können. Die wenigsten werden vermutlich das Erwachsenenalter erreichen, da sie für viele Tiere eine willkommene Beute sind. Die Hoffnung ist jedoch, dass es über diese Aktion gelingt, dass sich in der Blies bald wieder eine natürliche Population aufbaut.

"Wir haben zu wenig natürliche Vermehrung der Tiere"

Eigentlich ist die Bachforelle im Saarland keine Seltenheit. "Wir haben im Saarland immer noch relativ gute Bachforellen-Bestände, weil wir viele klare, kalte schnell fließende Gewässer haben", sagt der Biologe Sebastian Hoffmann. Eine Bedrohung für die Bachforelle sei aber die Verbauung vieler Flüsse. Dadurch gebe es wenig Laich-Habitate, also Plätze für die Eiablage. Die Folge: "Wir haben zu wenig natürliche Vermehrung der Tiere", sagt Hoffmann.

Aufzuchtaktion des Fischereiverbandes

Dem will der saarländische Fischerreiverband entgegenwirken, und zwar mit der Aufzucht von jungen Bachforellen, die dann in der Blies eine neue Heimat finden sollen.

Tausende Bachforellen für die Blies
Audio [SR 3, Julia Becker, 14.05.2021, Länge: 03:06 Min.]
Tausende Bachforellen für die Blies

Im März diesen Jahres wurden rund 40.000 Bachforelleneier von regionalen Züchtern zu einer Zuchtanlage nach Fraulautern gebracht. Hier sind sie geschlüpft und gut 30.000 von ihnen haben die kritische Anfangsphase überlebt - dank der guten Versorung durch Mitarbeiter des Fischereiverbandes.

Am 14. Mai haben nun 30 Angelvereine der Interessengemeinschaft Blies jeweils eine Plastiktüte erhalten - angefüllt mit Wasser, Sauerstoff und kleinen Bachforellen - um sie auf der gesamten Strecke der Blies auszusetzen. Jeder Verein hat 50 Euro für die Aufzucht der Bachforellenbabys beigesteuert – der Rest wird vom Umweltministerium finanziert.

Die Hoffnung: Ein Bestand, der sich selbst reproduziert

Junge Bachforellen in einem Eimer (Foto: SR/Julia Becker)

30.000 Tiere insgesamt wurden in die "Wildnis" Blies entlassen. Nur wenige von ihnen werden wohl das Erwachsenenalter erreichen, denn in der Natur lauern nun mal überall auch Fressfeinde. Trotzdem lohne sich der Aufwand, denn vielleicht gelinge es so, einen Bestand aufzubauen, der sich in der Blies dann selbst reproduziere, sagt Hoffmann.

Bis die Angler an der Blies eine dieser Forellen angeln dürfen, das dauere noch ein paar Jahre, sagt Wolfgang Ewertz vom Fischereiverband. Erst wenn eine Forelle über 25 Zentimeter groß ist und schon einmal abgelaicht hat, darf sie geangelt werden.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 14.05.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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