Die Jung-Aale für die Saar (Foto: Fischereiverband Saar)

Tausende Jung-Aale für die Saar

Eva Lippold   17.06.2021 | 13:00 Uhr

Eigentlich sind Aale in der Saar heimisch. Eigentlich. Durch Schleusen und Verbauungen am Fluss ist die Wanderung der Fische in die Saar so gut wie unmöglich. Deshalb setzen der Fischereiverband Saar und die Vereinigten Angelfreunde einmal im Jahr Tausende von jungen Aalen in der Saar aus.

Sie sind gerade mal 20 Zentimeter lang und so dick wie ein Finger: die Jung-Aale, die am 17. Juni auf insgesamt 68 Kilometern Strecke der Saar ausgesetzt werden. Insgesamt sind es 16.000 Tiere.

Tausende Jung-Aale für die Saar
Audio [SR 3, Eva Lippold, 17.06.2021, Länge: 03:14 Min.]
Tausende Jung-Aale für die Saar

Die Aussetzung sei notwendig, da die Aale auf natürlichem Wege inzwischen kaum mehr eine Möglichkeit hätten, in die Saar zu gelangen, sagt der Biologe Sebastian Hoffmann vom Fischereiverband Saar. "Sie müssen vom Meer aus über Rhein und Mosel über die Saar einwandern und dieser Weg ist durch zahlreiche Schleusen, Querverbauungen und große Bauwerke versperrt."

Vom Meer in die Flüsse ins Meer

Der Aal hat einen komplizierten Fortpflanzungszyklus. Die Tiere werden vor der Küste Mittelamerikas geboren und gelangen mit den Golfstrom dann an die Küsten Mitteleuropas. Diese erste Etappe der Wanderung dauert zwei Jahre. Von den europäischen Küsten aus schwimmen sich dann die Flüsse hinauf und werden in dieser Zeit erwachsen. Das Ganze dauert zwischen acht und 15 Jahre. "Danach müssen sie, um sich fortzupflanzen, diesen Weg auch wieder zurückfinden", sagt Hoffmann. Wenn sie wieder an zurück an Küste Mittelamerikas sind, laichen sie ab und sterben dann.

Die Aale, die die nächsten zehn Jahre hier überleben, werden soweit als möglich wieder eingefangen, damit sie sicher in den Rhein gelangen, von wo aus sie dann den letzten Teil ihrer großen Reise antreten werden.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 17.06.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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