ARD Themenwoche: Unschuldig hinter Gittern

Unschuldig hinter Gittern

ARD Themenwoche Gerechtigkeit

Nadine Thielen   15.11.2018 | 16:15 Uhr

Im Gefängis zu landen war für Norbert Kuß unvorstellbar. Doch eines Tages war es soweit: Er landete er hinter Gittern - einer Tat beschuldigt, die er nicht begangen hat. Fast zwei Jahre lang saß er zu Unrecht im Gefängnis - wegen angeblicher sexueller Übergriffe auf seine Pflegetochter. Nachdem sei Prozess wieder aufgerollt wurde kamen auch die Richter zu der Erkenntnis: Der Mann ist unschuldig. SR-Reporterin erzählt nochmal die Geschichte.

Das Gutachten einer Homburger Psychologin, die als Sachverständige tätig war, war damals für das Urteil ausschlaggebend - und damit für die zweijährige Haftstrafe für Norbert Kuß verantwortlich. Die Gutachterin hatte die Aussagen des lernbehinderten Mädchens als „mit hoher Wahrscheinlichkeit glaubhaft“ eingestuft. Das Landgericht Saarbrücken verurteilte Kuß im Mai 2004 wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner ehemaligen Pflegetochter zu drei Jahren Gefängnis

Nachdem die Beweisaufnahme wieder aufgerollt worden war, hatte ein Obergutachter der Berliner Charité das Ursprungsgutachten einer eingehenden Prüfung unterzogen. Das Ergebnis: Der Homburger Psychologin seien "erhebliche Fehler" unterlaufen und sie habe grob fahrlässig gehandelt, als sie der Ex-Pflegetochter von Kuß Erlebnisorientierung und Glaubhaftigkeit bescheinigt hatte.

Zehn Jahre nach dem ersten Urteil wurde Norbert Kuß frei gesprochen. Er hatte unschuldig im Gefängnis gesessen.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 15.11.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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