Baufläche "In der Lach" in Rilchingen-Hanweiler (Foto: Lisa Krauser / SR)

Streit um geplante Spielhalle in Rilchingen-Hanweiler

mit Informationen von Lisa Krauser   12.10.2021 | 12:15 Uhr

Auf der 4400 Quadratmeter großen Fläche "In der Lach" in einem Gewerbegebiet in Rilchingen-Hanweiler soll eine Spielhalle entstehen - so die Pläne eines saarländischen Investors. Doch einige Anwohner sind strikt dagegen - und mittlerweile auch die Gemeinde. Die möchte nun gegebenenfalls in einen Rechtsstreit mit dem Investor gehen.

Streit um geplante Spielhalle in Rilchingen-Hanweiler
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 12.10.2021, Länge: 03:07 Min.]
Streit um geplante Spielhalle in Rilchingen-Hanweiler

Der Investor, der sich für die Wiese "In der Lach" interessiert, wollte ursprünglich auf einer anderen Wiese bauen, 200 Meter entfernt. Er hatte das Grundstück vor einigen Jahren gekauft und laut Bebauungsplan ist dort der Bau einer Spielhalle möglich. Das aber will die Gemeinde Kleinblittersdof nicht. Sie will, dass sich die Supermärkte, die dort angrenzen, erweitern können und hat deshalb eine Veränderungssperre erlassen.

Der Investor kündigte prompt eine Klage an und schaute sich parallel nach anderen Grundstücken in Hanweiler um. Und so kam das Grundstück "In der Lach" in den Fokus. Der dortige Bebauungsplan lässt Vergnügungsstätten allerdings nicht zu. Um das Problem zu lösen, wollte der Gemeinderat kurzerhand eine Änderung des Bebauungsplans beschließen und so die Halle dort ermöglichen.

Ein Skandal, findet Marianne Niederländer, die lange im Gemeinderat war und gegen den Bau kämpft: "Das geht überhaupt nicht. Also jeder der klar denken kann, hat sofort gemerkt, man versucht hier, etwas mit der Brechstange durchzubringen".

Den Vorwurf, dass man eine schnelle Lösung hinter dem Rücken der Bürgerinnen und Bürger durchwinken wollte, weist der Bürgermeister der Gemeinde, Rainer Lang, entschieden zurück. Man wolle selbst keine neue Spielhalle in der Gemeinde. Aber man habe eine Klage verhindern wollen.

Anwohner gegen Spielhallenbau

Werner Adam, Andreas Hollinger und Marianne Niederländer vor dem Baugründstück "In der Lach"  (Foto: Lisa Krauser / SR)
Werner Adam, Andreas Hollinger und Marianne Niederländer vor dem Baugründstück "In der Lach"

Auch Werner Adam, der gleich um die Ecke eine Autowerkstatt betreibt, will den Bau der Spielhalle verhindern: "Wir hätten Probleme, dass nur noch mehr Unruhe entsteht." Er befürchtet eine noch höhere Belastung durch den Grenzverkehr. Die sei jetzt schon hoch - dank der vielen Tabakshops und Gaststätten mit einarmigen Banditen. Darunter leide letztlich die Wohnqualität, so Adam.

Um gegen die Halle zu kämpfen, hat sich Adam mit anderen aus der Gemeinde zusammengetan. Dazu gehört auch Anwohner Andreas Hollinger. Er befürchtet einen Anstieg von Straftaten. Von allen Straftaten, die es in der Gemeinde Kleinblittersdorf gebe, würden bereits 52 Prozent in Hanweiler begangen, sagt er.

Vor allem aber ärgere die Gegner der Halle das Vorgehen der Gemeinde, sagt Marianne Niederländer. "Man hat das alles sehr heimlich gemacht. Es war ein großer Zufall, dass wir es überhaupt entdeckt haben."

Gemeinde möchte Bauantrag ablehnen

Jetzt hat die Gemeinde sich umentschieden. Sie hat mittlerweile von einem Anwalt prüfen lassen, wie die Chancen für sie in einem Rechtsstreit mit dem Investor stehen. Bürgermeister Rainer Lang hat sich deshalb entschlossen, den Bauantrag nun abzulehnen. Man sehe sich jetzt zwar einem Rechtsstreit gegenüber, "aber wir gehen davon aus, dass wir ihn gewinnen werden und wir werden ihn auch bis zum Schluss ausfechten."

Am 13. Oktober soll der Gemeinderat den entsprechenden Beschlüssen zustimmen. Die Gegner sind froh, dass ihr Widerstand offenbar etwas gebracht hat. Dass eine Spielhalle in Hanweiler komplett vom Tisch ist - daran glauben sie aber noch nicht.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" vom 12.10.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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