Aufnahmen von der Wohnsiedlung "Folsterhöhe" in Saarbrücken (Foto: UNSERDING/Florian Rahbari)

"The other side of Saarbrooklyn"

Mit Informationen von Lisa Krauser   21.11.2020 | 13:10 Uhr

Verwahrlost, heruntergekommen und asozial. Dieses Bild hatte letzten Sommer eine Dokumentation von Spiegel-TV über Saarbrücken gezeichnet. Der Aufschrei im Anschluss war groß. Viele Saarbrückerinnen und Saarbrücker fanden, dass ihre Stadt verzerrt dargestellt wurde. Die Initiative "I love SB" wollte das so nicht auf sich sitzen lassen und hat einen eigenen Film über Saarbrücken gedreht - als Gegenstück zur Spiegel-TV-Doku.

Es war am Morgen nach der Ausstrahlung der Spiegel-TV-Doku, als Marisa Winter in ihr Postfach sah und eine Nachricht las, die sie wütend machte. Eine angehende Studentin, hatte sie auf Facebook angeschrieben und wollte wissen, ob Saarbrücken tatsächlich so schrecklich sei, wie es in dem Film gewirkt habe.

Saarbrücken in besseres Licht rücken

Marisa Winter störte der Gedanke, dass die Spiegel-TV-Doku Saarbrücken so negativ darstellte. Gemeinsam mit anderen gründete sie die Initiative "I love SB" - eine Plattform, die Menschen und Geschichten aus Saarbrücken vorstellt. Für sie war klar, dass sie Saarbrücken mit der Kampagne in ein besseres Licht rücken wollte. Der Verein startete zunächst eine Button-Aktion. Der Erlös daraus ging an gemeinnützige Organisationen, wie die Kältehilfe oder die Wärmestube. Aber damit war das Thema für den Verein noch nicht abgehakt.

Eigener Film als Antwort

"The other side of Saarbrooklyn"
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 21.11.2020, Länge: 03:08 Min.]
"The other side of Saarbrooklyn"

Gemeinsam mit dem jungen Filmemacher Jan-Luca Blaß hat Marisa Winter in den letzten zwölf Monaten einen eigenen Film gedreht. Dazu sind die beiden auch auf die Folsterhöhe gefahren. Die war in der Spiegel-TV-Doku besonders schlecht weggekommen. Im Film von "I love SB" kommen auch viele Anwohner zu Wort, zum Beispiel Siglinde Rupp, die erwähnt, dass auf der Folsterhöhe von der Siedlungsgemeinschaft viel geleistet wurde. So seien zahlreiche Häuser saniert worden, außerdem hätten die Anwohner für Ordnung und Sauberkeit gesorgt. Auch für die Kinder gebe es viele Freizeitangebote, wie eine Schwimmhalle, Sport- und Spielplätze.

Kein Imagefilm für die Stadt

Trotzdem gebe es natürlich große Probleme in Saarbrücken, sagt Marisa Winter. Das wolle ihr Film auch nicht verschweigen. Er sei kein Imagefilm für die Stadt. Gleichzeitig will sie erwähnen, dass in Saarbrücken viel für ärmere Menschen getan werde, insbesondere von Ehrenamtlern. Wenn Corona es zulässt, wollen Winter und Blaß den Film im Dezember allen Protagonistinnen und Protagonisten in Sondervorstellungen im Kino zeigen. Danach stellen sie ihn auf Youtube.

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