Antisemitische Schmiererei in Wemmetsweiler (Foto: Kai Schwerdt)

Antisemitische Schmiererei in Wemmetsweiler

Lisa Krauser   02.07.2021 | 16:30 Uhr

In Wemmetsweiler wurde eine Hauswand mit einer antisemitischen Botschaft beschmiert. Wer dahiner steckt, ist noch unklar. Inzwischen hat sich der Staatsschutz eingeschaltet.

Sie sind nicht zu übersehen, die drei großen Davidsterne, die am Wochenende an eine Hausfassade mitten in Wemmetsweiler gesprüht wurden. Daneben in schwarzen Großbuchstaben das Wort "Jude".

Antisemitische Vorfälle - keine Seltenheit

Antisemitische Schmiererei in Wemmetsweiler
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 02.07.2021, Länge: 03:02 Min.]
Antisemitische Schmiererei in Wemmetsweiler

Die Anwohner sind geschockt. Ein Anblick wie in der Nazizeit. Doch Vorfälle wie diese sind leider nicht Geschichte.

Erst kürzlich gab es ähnliche Schmiereien an einem Geschäft in Leipzig. Und der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus hat aktuell mitgeteilt, dass er im letzten Jahr 1900 antisemitische Vorfälle in Deutschland registriert hat - Angriffe, Bedrohungen Beschimpfungen und Sachbeschädigungen. 450 mehr Vorfälle als 2019.

Ratlosigkeit in der Gemeinde

In Wemmetsweiler kann man sich das Ganze nicht erklären. Es habe hier im Lauf der Jahre viel Aufklärung, Aufarbeitung und auch historische Forschung über das Leben der Juden in Merchweiler, Wemmetsweiler und Illingen gegeben, sagt Patrick Weydmann, der Bürgermeister der Gemeinde Merchweiler. "Es gibt auch keine besondere rechte Szene hier vor Ort, jedenfalls nichts, was uns bekannt ist", sagt er. Möglicherweise habe damit nur jemand provozieren wollen - aus Dummheit.

Ermittler hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung

Inzwischen hat sich der Staatsschutz der Sache angenommen. Er ermittelt immer dann, wenn es sich um eine politisch motivierte Tat handeln könnte. Dass die Schmierereien in Wemmetsweiler für so wichtig genommen werden, hält Bürgermeister Weydmann für richtig.

Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang. Bislang gebe es noch keine Hinweise, sagt Falk Hasenberg vom Landespolizeipräsidium. Die Ermittler hoffen nun auf mögliche Hinweise aus der Bevölkerung.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 02.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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