Krötenwanderung (Foto: NABU)

Achtung: Kröten, Frösche und Co. sind unterwegs!

Nadine Thielen   27.03.2018 | 09:45 Uhr

Achtung Krötenwanderung. Bis zu 15 Kilometer sind die Tiere unterwegs, um an ihre Laichplätze zu kommen. Und auch Frösche und Molche machen sich derzeit auf dem Weg, um ihre Eier abzulegen. Damit die jährliche Wanderun für die Amphibien nicht auf der Straße endet, sind zurzeit wieder zahlreiche Helfer im Einsatz.

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Mit Folie und Eimern im Einsatz für Frösche und Co.
Audio [SR 3, Nadine Thielen, 27.03.2018, Länge: 02:30 Min.]
Mit Folie und Eimern im Einsatz für Frösche und Co.
Da denkt man, es ist Ferienzeit, und es ist nicht viel los auf unseren Straßen. Von wegen. Wer genau hinschaut, merkt, dass es da nur so wimmelt von - zugegeben - etwas ungewöhnlichen Verkehrsteilnehmern: Fröschen, Kröten und auch Molchen. Zurzeit wandern die Amphibien zu ihren Laichgewässern. Damit die Tiere dort sicher ankommen, müssen viele ehrenamtliche Helfer mitanpacken. SR 3-Reporterin Nadine Thielen hat sich mit einen solchen Helfer getroffen

Verkehr und Klimaerwärmung setzt den Tieren zu

Ute Fugmann, die Amphibienbeauftragte des Nabu in Saarbrücken, und Werner Bollinger, ehrenamtlicher Helfer und Amphibien-Fan, sind sich einig: Es muss was passieren für die Frösche, Kröten und Molche im Saarland. Nicht nur durch den Straßenverkehr kommen jedes Jahr viele Tiere ums Leben. Auch die Klimaerwärmung mache den Tieren zu schaffen. "Sie begünstigt, dass die Tiere keine normale Winterruhe halten können", sagt Werner Bollinger. Die Folge: eine geschwächte Immunabwehr mit der Folge, dass die Tiere anfälliger für Viren und Pilze werden. Die Zahl der Amphibien geht immer weiter zurück. Experten sprechen davon, dass das Artensterben im Moment schlimmer sei als zu Zeiten der Dinosaurier.

Im Saarland gebe es derzeit noch 18 der ingesamt in Deutschland vorkommenden Amphibienarten, sagt Bollinger. Die Situation sei derzeit noch ziemlich gut. Am Saarbrücker Tabaksweiher beispielsweise gebe es Erdkröten, Grasfrösche, den Fadenmolch, den Teichmolch und den Bergmolch.

Verkehrsschild «Achtung Krötenwanderung» (Foto: dpa)

Helfer im Einsatz

Werner Bollinger und Ute Fugmann kümmern sich zurzeit fast täglich zusammen mit anderen Helfern um die Amphibien am Tabaksweiher. 4400 Frösche, Kröten und Molche wandern hier - vor allem bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang. In ganz Saarbrücken sind es um die 21.000 Tiere. Die Helfer versuchen, so viele wie möglich heil zum Laichgewässer zu bringen. "Wir haben ihre Quartiere zerstört, haben überall Straßen durchgebaut - also ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit und eine Pflicht, dass wir uns darum kümmern", sagt Ute Fugmann.

Ab 30 km/h wird es für die Tiere tödlich

Wer wandernde Frösche und Kröten auf der Straße entdeckt, sollte aber nicht einfach anhalten. Das Risiko eines Unfalls ist viel zu groß, weshalb auch die Amphibien-Schützer bei ihren Einsätzen an der Straße immer Warnwesten tragen. Was man aber tun kann ist: Langsam an den Tieren vorbeifahren - am besten mit maximal 20 Stundenkilometern. Und das nicht nur, um so die Gefahr zu reduzieren, ein Tier zu überfahren: Ab 30 Stundenkilometern sind die Druckwellen, die vorbeifahrenderAutos erzeugen, nämlich schon tödlich für die Tiere.

Der Gartenteich - aktiver Amphibienschutz

Wer sonst noch etwas für Kröten und Co. tun will: Wie wär's mit einem Gartenteich - und zwar ohne Fische. "Ein Refugium für Molche und Frösche, die mindestens genau so interessant sind wie ein Goldfisch", sagt Bollinger. Damit die Frösche, Kröten und Molche auch in Zukunft eine Zukunft haben.

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