Nachbildung der Justitia neben einem Aktenstapel (Foto: dpa Bildfunk)

Staatsanwaltschaft sieht mehrere Mordmerkmale erfüllt

mit Informationen von Nicole Mertes   19.08.2021 | 12:15 Uhr

Fast neun Monate ist es her, dass ein Mann mit seinem Auto durch die Trierer Fußgängerzone gerast ist und fünf Menschen getötet und 24 weitere verletzt hat. Am 19. August hat vor dem Landgericht Trier nun den Prozess gegen den 51-jährigen Amokfahrer begonnen. SWR-Reporterin Anna-Carina Blessmann war im Gericht dabei. Im Studiogespräch berichtet sie vom Prozessauftakt.

Fünffacher Mord, versuchter Mord in 18 Fällen, schwere und gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr - so lautet die Anklage gegen den 51-Jährigen, der am 01. Dezember 2020 bei einer Amokfahrt durch die Trier Fußgängerzone fünf Menschen getötet und 24 weitere Passanten verletzt hat.

Die Staatsanwaltschaft sehe mehrere Mordmerkmale erfüllt, weil die Tat heimtückisch gewesen sei und weil der Fahrer des SUV das Auto als Waffe benutzt habe, sagt SWR-Reporterin Anna-Carina Blessmann.

Angehörige erhoffen sich Aufklärung

14 Angehörige von Opfern treten bei diesem Prozess als Nebenkläger auf. Sie erhoffen Aufklärung, warum der Mann diese Tat begangen hat. Der Angeklagte wird sich dazu vermutlich nicht äußern. "Er hat sich dazu entschieden, von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen", so Blessmann.

Man könne aber davon ausgehen, dass zumindest die Tat in den mindestens 26 anberaumten Prozesstagen aufgearbeitet werde. Es gebe 291 potenzielle Zeugen - darunter auch einen psychiatrischen Sachverständigen und einen Kfz-Sachverständigen.

Die große Frage lautet: Warum?

Ein Angehöriger eines Opfers sagte, er wolle im Gericht erfahren, was abgelaufen ist und was die Hintergründe seien. Bislang ist nur klar, dass der Angeklagte unter einer Psychose litt. Es geht deshalb auch um die Frage der Schuldfähigkeit.

Um was es vor Gericht geht, erklärt Reporterin Nicole Mertes im Gespräch mit SR-Moderatorin Nadine Thielen.
Prozessauftakt Amokfahrt Trier: "Es ist fraglich, ob es eine Anwort auf das Warum je geben wird"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi/Anna-Carina Blessmann, 19.08.2021, Länge: 04:14 Min.]
Prozessauftakt Amokfahrt Trier: "Es ist fraglich, ob es eine Anwort auf das Warum je geben wird"
SWR-Reporterin Anna-Carina Blessmann war beim Prozessauftakt im Gericht dabei.


Mehr Informationen


SWR.de
51-Jähriger wegen fünffachen Mordes angeklagt
Ein 51-jähriger Mann muss sich ab heute, Donnerstag, vor dem Landgericht Trier wegen fünffachen Mordes und versuchten Mordes in 18 Fällen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 1. Dezember 2020 mit hoher Geschwindigkeit mit einem Geländewagen durch die Fußgängerzone gefahren zu sein. Dabei habe er Menschen töten und verletzen wollen.

Ein Thema am 19.08.21 auf SR 3 Saarlandwelle in der Sendung "Guten Morgen".

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