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Das digitale Leben im Alter - für viele eine Herausforderung

Elena Jörger mit Informationen von Lisa Krauser   25.01.2022 | 07:07 Uhr

Das Leben im Alltag wird immer digitaler. Ohne Computer, Laptop und Smartphone ist vieles kaum noch möglich. Für viele der älteren Menschen ist das eine Herausforderung.

Die Digitalisierung bringt viel Gutes mit sich. Für eine Überweisung muss man nicht mehr zur Bank fahren. Wichtige Dokumente kann man ganz einfach online beantragen. Man kann ständig kommunizieren und ist immer informiert. Um das Ganze nutzen zu können, muss man die digitalen Medien allerdings beherrschen und das kann bei Weitem nicht jeder. Vor allem ältere Menschen haben ihre Schwierigkeiten.

Kurse für Smarthone und Laptop

Brigitta Matthieu ist 85 Jahre alt, war früher Sängerin am Staatstheater und gibt heute noch Gesangsunterricht. Klavier spielen und singen fällt ihr immer noch leicht. Und weil sie auf dem Laufend bleiben will, würde sie auch gerne das Internet nutzen. Deshalb hat sie einen Computer-Kurs an der Volkshochschule Saarbrücken besucht. Aber was sie da gelernt hat, war schnell wieder weg.

Und so geht es vielen älteren Menschen, erklärt Patrick Franz. Er gibt Smartphone- und Tabletkurse an der VHS und erlebt immer wieder, dass Senioren zwar sehr interessiert sind, aber es nicht schaffen, dran zu bleiben. Dabei komme es vor allem darauf an, das Gelernte zu wiederholen. Für ältere Menschen ist das aber nicht einfach. Erst mal zuhause, gibt es meist keinen mehr, der bei Fragen oder Sackgassen helfen kann.

Brigitta Matthieu hat auch ein Smartphone, aber das benutzt sie wenn dann nur zum Fotos machen. Für die "beiden elektrischen Geräte" brauche sie "einfach Zuwendung von jemandem, der geduldig ist", erklärt die 85-Jährige. Wenn sie online besser zu recht käme, wäre das praktisch in vielerlei Hinsicht.

Schritt für Schritt sicherer werden

Zum Beispiel fürs Online-Banking. Weil das so viele Menschen nutzen, wurden viele Bankfilialen nämlich geschlossen - "Ich hab hier keine Bank mehr. Das ist alles dicht." Aber gerade an finanzielle Angelegenheiten im Internet trauen sich ältere Menschen oft nicht ran, sagt VHS-Kursleiter Patrick Franz. Beim Online-Banking gebe für viele eine hohe Hemmschwelle, "weil sie natürlich auch mit einer Bankberater aufgewachsen sind beziehungsweise das halt auch noch kennen".

Für einen ersten Schritt ins Internet bieten sich zum Beispiel Messenger-Dienste auf dem Handy an, sagt Patrick Franz. Denn die bringen schnell Erfolgserlebnisse. Auch an Mediatheken haben viele ältere Leute großes Interesse, so Franz. Als Gerät zum Einsteigen empfiehlt er am ehesten den Laptop. Der sei groß genug und einfacher zu bedienen. Smartphones hätten durch die vielen Kniffe und Trick ihre Tücken.

Brigitta Matthieu will vor allem mit den digitalen Medien zurechtkommen, um weiter mitzurkiegen, was in der Welt passiert. Und weil sie einfach gerne neues lernt. Deshalb will sie auch nochmal einen Kurs belegen.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" vom 25.01.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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