Interview: "Es müssten sich Interessenten finden, die eine solche Genossenschaft gründen"

"Es müssten sich Interessenten finden, die eine solche Genossenschaft gründen"

Interview: Siegfried Lambert   08.01.2019 | 16:30 Uhr

In Bitburg hat eine Ärztegenossenschaft ihre Arbeit aufgenommen. Es ist ein Modell, mit dem dem Ärztemangel auf dem Land begegnet werden soll. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Saarland begrüßt dieses Angebot. Dazu im SR-Interview: Dr Joachim Meiser, der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung im Saarland.

Patienten im Wartezimmer einer Arztpraxis. (Foto: dpa)

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gehen rund 40 Prozent der ca. 670 saarländischen Hausärzte bis zum Jahr 2023 in Ruhestand. Das sind 50 Hausärzte pro Jahr. Nach Angaben der KV gibt es aber nur etwa 15 Nachfolger pro Jahr. Mit anderen Worten: Viele Hausarztpraxen werden wohl geschlossen und für die verbliebenen Ärzte heißt das: Statt der bisher im Schnitt 1000 Patienten pro Quartal muss ein Hausarzt dann 1500 Patienten versorgen. Und das Problem gibt es nicht nur bei den Hausärzten. Nach Angaben der KV gehen in absehbarer Zeit zum Beispiel 30 Prozent der Kinder- und Jugendärzte in Ruhestand, bei bei den Augenärzten sind es sogar 36 Prozent. Dem gegenüber stehen viele junge Mediziner, die den Schritt in die Selbständigkeit scheuen. Neben den finanziellen Risiken bedeutet eine eigene Praxis nämlich eine hohe Belastung und sehr lange Arbeitszeiten.

Das Modell der Ärztegenossenschaft

Um das Problem zu lösen, braucht es neue Modelle. Ein solches Modell ist nun in in Bitburt in Rheinland-Pfalz gestartet: eine Ärztegenossenschaft, die Ärzte anstellt, flexiblere Arbeitszeiten ermöglicht und eine Entlastung bei den Verwaltungsaufgaben bietet.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Saarland begrüßt dieses Angebot. Ein solches Modell könne dazu beitragen, den Ärztemangel auf dem Land entgegenzusteuern, sagt Dr Joachim Meiser der stellvertrende Vorsitzende der KV im Saarland. Es müssten sich dazu natürlich Ärzte zusammentun, um eine solche Genossenschaft gründen. Es gebe aber noch andere Modelle, Ärzte in Teilzeit anzustellen, zum Beispiel in einer ortsübergreifenden Gemeinschaftspraxis. Darüber hinaus gebe es zahlreiche Förderprogramme, die inzwischen gut greifen, so Meiser.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 08.01.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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