Teufelsburg (Foto: SR)

Streit über Auflösung einer Hochzeitsfeier durch die Gemeinde

Frederic Graus   22.07.2021 | 12:45 Uhr

In Überherrn sorgt zurzeit eine abgebrochene Hochzeitsfeier von zwei Frauen für großen Ärger. Nach ihrer Trauung hatte das lesbische Paar am vergangenen Samstag auf der Teufelsburg gefeiert - bis die Party von der Gemeinde aufgelöst wurde. Der Förderverein der Burg erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Gemeinde - von Homophobie und Diskriminierung ist die Rede. Die Gemeinde weist das entschieden zurück und wehrt sich.

Gegen 22.00 Uhr waren am Samstag eine Mitarbeiterin der Gemeinde und ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf der Teufelsburg erschienen und hatten die Party gestoppt. Der Vorsitzende des Förderveins der Burg, Holger Zenner, sagte dem SR, sowas habe er als Organisator von Feierlichkeiten auf der Burg in den vergangenen Jahren noch nie erlebt.

Gemeinde löst Hochzeitsfeier auf der Teufelsburg auf: die Hintergründe
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi/Frederic Graus, 22.07.2021, Länge: 02:47 Min.]
Gemeinde löst Hochzeitsfeier auf der Teufelsburg auf: die Hintergründe
Im Studiogespräch erläutert SR-Reporter Frederic Graus, was er über das Thema in Erfahrung gebracht hat.

Gemeinde verweist auf das Übernachtungsverbot

Zur Begründung für den Abbruch der Feier schreibt die Gemeinde Überherrn auf SR-Anfrage: Auf der Burg hätten Hochzeitsgäste in Mittelalter-Zelten übernachten wollen – das habe man, im Gegensatz zur Trauung, aber nicht genehmigt. Darauf sei das Brautpaar vorab auch ausdrücklich hingewiesen worden. Generell sei das Übernachten auf der Burg nicht erlaubt.

Förderverein spricht von „diskriminierenden Art“

Zenner hingegen spricht von einer „diskriminierenden Art“ der Gemeinde-Mitarbeiterin vor Ort. Konkrete Beweise für etwa homophobe Äußerungen gibt es bislang aber nicht.

Gemeinde hat Anwaltskanzlei in der Sache beauftragt

Die Gemeinde teilte mit, eine Anwaltskanzlei mit der Sache zu beauftragen. Bürgermeisterin Yliniva-Hoffmann (SPD) erklärte, Zenner wolle nun offenbar sein Fehlverhalten auf die Gemeinde abwälzen. Das könne man nicht akzeptieren.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 22.07.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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