Bauschutt-Deponie auf dem Saarbrücker Rodenhof (Foto: SR/Eva Lippold)

Ärger über Bauschutt-Deponie auf dem Rodenhof

Eva Lippold   10.11.2020 | 16:30 Uhr

Auf dem Saarbrücker Rodenhof lagern auf einem Hektar Gelände, direkt neben dem Wohngebiet, Tonnen von Bauschutt und Müll. Immer wieder gibt es Beschwerden von Anwohnern, weil sich schwere Baumaschinen und Sattelschlepper dort mitten durchs Wohngebiet quälen. Dabei ist der Betrieb einer solchen Deponie auf dem Gelände verboten – bis Ende Oktober sollte es eigentlich geräumt werden. Doch passiert ist bisher nichts.

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Ärger über Bauschutt-Deponie auf dem Rodenhof
Audio [SR 3, Eva Lippold, 10.11.2020, Länge: 03:17 Min.]
Ärger über Bauschutt-Deponie auf dem Rodenhof

Auf der Größe von zwei Fußballfeldern, in der ehemaligen Sandgrube zwischen Bahngleisen und Grülingstraße, gleich hinter dem Wohngebiet auf dem Saarbrücker Rodenhof, steht ein ganzer Fuhrpark an schrottreifen PKW, Sattelschleppern, schweren Maschinen und stapeln sich tonnenweise Bauschutt, Container, Betonplatten, Farbeimer, Müllsäcke.

Die Anwohner sind verärgert. Sie berichten über Lärmbelästigung und fühlen sich durch den Bauschutt und Müll gestört. Zu ihnen gehört auch Gunter Feneis, Lokalpolitiker für den FDP Ortsverband Malstatt. Er befürchtet, dass hier auch Dinge lagern, die in einem Wohngebiet nichts zu suchen haben.

Betreiber ist inzwischen insolvent

Laut Flächennutzungsplan ist an diesem Ort der Betrieb einer Anlage zum Lagern und Recyceln von Bauabfällen verboten. Gegen das Verbot durch das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) hat der Besitzer, das Saarbrücker Abrissunternehmen Ternava, geklagt. Das Verfahren läuft noch. Seitens der Stadt gab es die Auflage, das Gelände bis Ende Oktober zu räumen – passiert ist jedoch bisher nichts. Und der Betreiber ist inzwischen insolvent.

Befristete Genehmigung zur Bauschuttlagerung

2014 hatte Ternava das Gelände vom Insolvenzverwalter der Firma Marullo gekauft, nachdem der Bauunternehmer unter anderem wegen Betrug und Korruption zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Tatsächlich hatte Marullo ab 2011 eine Genehmigung von LUA und Stadt, auf dem Gelände Bauabfälle zwischenzulagern und zu recyceln – befristet, betont das Umweltministerium. Diese Genehmigung sei eng an die städtische Baumaßnahme „Stadtmitte am Fluss“ gekoppelt gewesen. Im Mai 2014 – kurz nachdem die Firma Ternava das Gelände im Insolvenzverfahren erworben hatte – lief diese befristete Genehmigung jedoch auch.

Die Stadt will nun weitere Schritte der Räumung mit dem Insolvenzverwalter besprechen, behält sich aber auch weitere rechtliche Schritte vor.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 10.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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