Grablicht (Foto: picture alliance/dpa)

Tod und Trauer in der Corona-Pandemie

mit Informationen von Lisa Krauser   20.11.2021 | 11:51 Uhr

Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag: Der November ist der Monat des Gedenkens. Den Abschluss bildet traditionell der Totensonntag. Aber inwiefern hat die Pandemie unseren Umgang mit dem Tod und dem Abschied nehmen verändert?

Die Kirche selbst spricht lieber vom Ewigkeitssonntag und nimmt damit Bezug auf den Glauben an Auferstehung und ein ewiges Leben. Viele evangelische Christen gedenken an dem Tag ihren Lieben, von denen sie im letzten Jahr Abschied nehmen mussten. Und damit auch Menschen, die an Corona gestorben sind.

Nähe ohne Berührung

"Ich wünsche mir, dass uns diese Pandemie achtsamer macht für das was beim Sterben geschieht"
Audio [SR 3, Lisa Krauser/Andrea Lermen, 20.11.2021, Länge: 02:32 Min.]
"Ich wünsche mir, dass uns diese Pandemie achtsamer macht für das was beim Sterben geschieht"

Andrea Lermen, Seelsorgerin des Winterberg-Krankenhauses in Saarbrücken, begleitet Menschen in ihren letzten Stunden. Sie ist ihnen nahe. In der Pandemie hat sie gelernt, dass das auch auf Abstand geht. Nähe heiße nicht nur, die Hand zu halten, sondern drücke sich auch über die Augen auch und die Präsenz täte gut, erklärt Seelsorgerin.

Für die Sterbenden ist es wichtig, dass sie nicht alleine sind, wenn sie gehen. Aber genauso wichtig ist es für die Angehörigen, Abschied nehmen zu können. Deshalb habe das Krankenhaus immer versucht, Besuche irgendwie möglich zu machen.

Hinter jeder Zahl steht ein Mensch

In der Pandemie werden Tote oft nur noch als Zahlen abgebildet. Umso wichtiger findet es Andrea Lermen, immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht. Zum Beispiel in Form von Trauerfeiern, wie der großen Gendenkfeier für die Corona-Toten im April.

Die Möglichkeit, Abschied zu nehmen, und die Verstorbenen zu würdigen ist genauso wichtig, wie Zeit zum Trauern, sagt Andrea Lermen. Die komme, ganz unabhängig von der Pandemie, oft zu kurz. Daher hofft sie: "dass diese Pandemie uns achtsamer macht für das was beim Sterben geschieht. Was Menschen brauchen und was auch wir selber brauchen um unseren Abschied von diesen Menschen gut zu gestalten."

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 20.11.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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