SR-Reporterin Steffani Balle m Praktikum im Klinikum auf dem Winterberg. (Foto: Steffani Balle)

Corona-Patient: "Ich kam direkt auf Intensiv"

Steffani Balle   03.12.2020 | 06:53 Uhr

SR 3 Reporterin Steffani tauschte für drei Tage ihren Job. Sie hilft als Praktikantin im Saarbrücker Winterbergklinikum aus. Dabei hat sie es auch mit einem Corona-Patienten zu tun.

Mario ist 36, junger Familienvater. Dass was nicht stimmt merkte er Mitte November:

„Da hatte ich Unwohlsein, Schüttelfrost und Schweißausbrüche. Da bin ich zum Arzt gegangen und es gab einen positiven Befund. Da ging es dann los mit einer Palette an Symptomen, die sich täglich verändert. Schüttelfrost und Schweißausbrüche haben mich immer begleitet, ich hatte starke Augenschmerzen. Dann ist das Fieber gekommen“

Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche

Als das Fieber trotz Ibuprofen auf nahezu 41 gestiegen war, ging Mario nochmals zum Hausarzt. Die Sauerstoffsättigung im Blut war unten. Damit war klar: Mario muss in die Klinik:

„Da hat meine Frau noch eine Tasche für mich gepackt. Die habe ich genommen und da musste ich diese Tasche etwa 200 Meter tragen, mit wenig Zeug. Ich war wirklich kurz vorm Kollaps“

Maske, Händewaschen, Maske
Audio [SR 3, (c) SR Steffani Balle , 01.12.2020, Länge: 01:32 Min.]
Maske, Händewaschen, Maske

Dabei ist er kein unsportlicher Typ, joggt gerne, schwimmt viel und taucht weit. – Angekommen in der Klinik stellten die Ärzte zusätzlich eine Lungenentzündung fest:

„Ich kam direkt auf Intensiv. Da ging es dann los mit der Maskentherapie. Es ist eine Maske, die man aufzieht, wo dann mit Überdruck ein Sauerstoff-Luftgemisch in die Lunge gedrückt wird.“

Banger Blick auf die Monitore

Stundenlang behielt Mario den Plastikzylinder über Kopf und Hals gestülpt an. Mit bangem Blick auf die Monitore: Stimmt die Sauerstoff- Zufuhr? Weil: Die größte Angst war die, doch noch intubiert werden zu müssen.

Wenn man intubiert wird, wird man auch narkosiert. Und dann ist der Weg der Genesung nochmal deutlich schlimmer.

Eine ganze Woche lang hat Mario diese Tortur ausgehalten. Sehr diszipliniert, wie ihm die Ärzte bestätigten und ihn ermutigten, durchzuhalten. – Gestern war es dann so weit: Mario durfte auf die Normal- Station, nur noch ein kleiner Nasenschlauch sorgt für ausreichend Sauerstoff. – Bald schon will er wieder arbeiten, sein Start- up Unternehmen auf dem Uni- Campus in Schwung halten. Und:

Corona-Patient: "Ich kam direkt auf Intensiv"
Audio [SR 3, (c) SR Steffani Balle , 01.12.2020, Länge: 02:20 Min.]
Corona-Patient: "Ich kam direkt auf Intensiv"

„Es wäre schön, wenn man vielleicht ein schönes Weihnachtsfest verbringen kann. Wenn man da nochmal runterkommen kann. Ja, Weihnachten, das wäre so ein Ziel.“   

 

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