Roswitha Weisgerber und Birgit Krämer vermissen ihre Katzen  (Foto: Kerstin Gallmeyer / SR)

Mindestens 12 Katzen plötzlich verschwunden

Kerstin Gallmeyer   09.06.2021 | 16:33 Uhr

In Rilchingen-Hanweiler sind seit Ende April mindetens 12 Katzen verschwunden. Der Fall gibt Rätsel auf.  SR3-Reporterin Kerstin Gallmeyer hat sich mit Betroffenen getroffen.

Der 58 Jahre alten Roswitha Weisgerber aus Rilchingen-Hanweiler steht die Trauer über ihre verschwunden Katze Tinka ins Gesicht geschrieben: Eigentlich war an diesem Abend Ende April alles wie immer:

„Wir haben abends Fernsehen geschaut, und die Katze lag auf dem Sofa bei mir wie immer. Aber über Nacht außer Haus - das war eigentlich nie der Fall.“

Doch am nächsten Morgen, war Tinka nicht mehr da. Roswitha Weisgerber suchte Haus und Grundstück ab. Aber auch am nächsten Abend kam Katze Tinka nicht mehr nach Hause. Eine Suchaktion auf Facebook, Anrufe bei Tierärzten, Tierklinik, Tierheim und Polizei blieben erstmal erfolglos.

Mehrere Fälle bei Facebook gemeldet

Doch plötzlich häuften sich auf Facebook Posts über verschwundene Katzen aus Hanweiler.

Betroffen war auch Brigit Krämer. Ihre 14 Jahre alte Katze Mogli war ebenfalls sehr häuslich und nie über Nacht weg. Und genauso wie die Katze von Roswitha Weisgerber war sie morgens plötzlich spurlos verschwunden.

„Unsere ist jetzt 14 Tage weg“, sagt Krämer

Neben Mogli und Tinka sind in Hanweiler in den vergangenen sieben Wochen noch 10 bis 13 weitere Katzen verschwunden. Die meisten von Anwohnern aus der Bahnhofsstraße. Die Betroffenen sind überzeugt, dass da was Krimininelles hintersteckt. Was genau, wollen sie sich aber lieber nicht ausmalen:

Keine Ahnung. Ich sage immer nur: Ich hoffe, sie haben es alle hinter sich. Und sind alle tot und werden nicht gequält. Also, was man so an Kopfkino hat ist schlimm.“

Gerüchte kursieren

12 Katzen, plötzlich verschwunden
Audio [SR 3, (c) SR Kerstin Gallmeyer, 09.06.2021, Länge: 02:53 Min.]
12 Katzen, plötzlich verschwunden

Tatsächlich kursieren deutschlandweit im Netz immer wieder Fälle von verschwunden Katzen, hinter denen Katzenfänger für Labore vermutet werden oder Kriminelle, die Katzen wegen ihrer Felle weiterverkaufen. Dabei sollen auch oft verdächtige Kastenwagen gesichtet werden.

Auch im Fall der verschwunden Katzen aus Hanweiler wollen Anwohner ein verdächtiges Auto gesehen haben, sagt Roswitha Weisgerber:

„Von Leuten aus dem Ort wurde dann ein Auto erwähnt, dass sehr auffällig ist. Ein rostfarbener Kastenwagen und sehr auffällig daran wäre, dass er nur ein Nummernschild hätte.“

 Vermutungen dieser Art will die Ortsvorsteherin von Rilchingen-Hanweiler Erika Heit nicht anstellen. Trotzdem findet sie den gehäuften Katzenschwund sehr merkwürdig.

Sehr mysteriös und sehr seltsam. Wenn man das noch in dem Konglomerat der besonderen Grenzlage unseres Ortes sieht, die ja auch unterschiedliche Problemstellungen mit sich bringt, ist das schon mysteriös und besorgniserregend an der Stelle.“

Polizei kontrolliert

Nachdem sie vergangene Woche von dem Ausmaß erfahren hatte, kontaktierte Heit Gemeindeverwaltung und Ordnungsamt und ebenso die Polizei.

Die Polizei ist jetzt auch sensibilisiert im Rahmen der Streife, die sie fährt, im Rahmen der Verkehrskontrollen, die sie machen, dass sie den Hinweisen auch entsprechend nachgehen.“

Hoffnung, dass sie Tinka und Mogli wiedersehen werden, haben Roswitha Weisgerber und Birgit Krämer nicht. Aber sie hoffen, dass sie zumindest dazu beitragen können, dass das mysteriöse Katzenverschwinden in Rilchingen-Hanweiler aufhört.

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