Das Haus der "Gemeinde ohne Mauern" in Wehingen (Foto: Patrick Wiermer)

Insolvenzverfahren vor dem Abschluss

Patrick Wiermer   27.10.2021 | 14:42 Uhr

Das Insolvenzverfahren um die sektenähnliche Glaubensgemeinschaft "Gemeinde ohne Mauern" mit Sitz in Mettlach-Wehingen soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Laut Insolvenzverwalter Marc Herbert werden rund 150.000 Euro auf insgesamt 41 Gläubiger verteilt. Die Gemeinde hatte sich nach einem Missbrauchsskandal aufgelöst.

Die Gläubiger erhalten eine Quote von rund 65 Prozent, ein guter Wert, sagte Insolvenzverwalter Marc Herbert dem SR.

Einige von ihnen hatten der sektenähnlichen Gemeinde einen fünfstelligen Betrag überlassen, ein Großgläubiger gar über 300.000 Euro. Dieser hatte seine Forderung allerdings nach einem Vergleich zurückgezogen.

Auch das Gründerehepaar wollte noch Geld. Es erhält nun rund 15.000 Euro. Bei vielen ehemaligen Mitgliedern dürfte das wohl Kopfschütteln verursachen. Einige Aussteiger berichteten dem SR von Druck und Abhängigkeiten innerhalb der Glaubensgemeinschaft, gerade auch wenn es darum ging, der Gemeinde Geld zu überlassen.

Die "Gemeinde ohne Mauern" wurde im Zuge eines Missbrauchsskandals aufgelöst. Ein Seelsorger, der auch für die Jugendarbeit zuständig war, hatte zwei, bei den Taten teilweise minderjährige Mädchen, sexuell missbraucht. Er wurde dafür zu vier Jahren Haft verurteilt.


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Über das Thema wurde auch in den Regionalnachrichten am 27.10.2021 berichtet.

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