Auf einem Handy ist die Buchungsseite des 9-Euro-Tickets aufgerufen mit einem roten Bus im Hintergrund. (Foto: picture alliance/dpa | Melissa Erichsen)

Ein Monat unterwegs mit dem 9-Euro-Ticket

Jil Kalmes mit Informationen von Steffani Balle   01.07.2022 | 07:13 Uhr

Der erste Monat mit dem 9-Euro-Ticket ist vorbei. Nach Auskunft der Deutschen Bahn hat etwa jeder Dritte Bundesbürger das Angebot bisher genutzt. Die einen für Wochenendausflüge oder Urlaub. Andere sind mit Bus und Bahn statt mit dem Auto zur Arbeit. SR-Reporterin Steffani Balle hat letzteres mal einen Monat lang getestet.

Insgesamt knapp 40 Kilometer muss SR-Reporterin Steffani Balle zurücklegen, um zur Arbeit zu kommen – vom Saargau bis nach Saarbrücken auf den Halberg. Einen Monat lang hat sie dafür Bus und Bahn genutzt. 1 Stunde und 20 Minuten war sie für den Weg zur Arbeit unterwegs. Mit dem Auto braucht sie gewöhnlich eine Dreiviertelstunde.

Eigentlich habe alles gut geklappt, sagt sie: Kein Ärger über Stau, kein Stress durch den Autoverkehr, sich einfach fahren lassen und recht entspannt ankommen. Wenn denn alles so läuft, wie es laufen sollte...

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Ein Monat unterwegs mit dem 9-Euro-Ticket
Audio [SR 3, Studiogespräch: Nadine Thielen / Steffani Balle, 01.07.2022, Länge: 03:55 Min.]
Ein Monat unterwegs mit dem 9-Euro-Ticket

Verspätungen, Ausfälle, Verbindungsprobleme

"Der Verbindungsbus fährt nämlich eine Minute, bevor der Regionalexpress im Bahnhof einrollt, ab. Oder in der App steht "Fahrt fällt aus" – ohne Begründung."

Manchmal habe die Bahn auch so viel Verspätung gehabt, dass sie sich eine komplett neue Verbindung habe suchen müssen. Und das sei nicht nur auf dem Land, sondern auch hier innerhalb Saarbrückens: "Ein Bus kam einfach nicht und der nächste fuhr nicht zum Funkhaus." Im Endeffekt sei sie dann eine geschlagene Stunde von der Johanneskirche bis zum Sender unterwegs gewesen.

Ebenfalls problematisch: "Zum Beispiel, wenn ich eine Palette Katzenfutter kaufen wollte, oder frühmorgens oder am Wochenende auf dem Halberg sein musste". Dann sei ihr im Grunde nichts anderes übrig geblieben, als doch wieder ins Auto zu steigen.

Sprit sparen, viel Bewegung

Besonders gut hat sie die Bahnverbindung von Dillingen nach Saarbrücken erlebt: "In 24 Minuten bis Saarbrücken Ost – das schafft kein Auto. Über 200 Euro habe ich so an Benzin gespart."

Ebenfalls positiv: Die Bewegung an der frischen Luft: "Zwei bis drei Mal die Woche bin ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof gefahren, dann vom Zielbahnhof zur Arbeit und auf dem Rückweg das Gleiche. Insgesamt rund 45 Minuten Bewegung an der frischen Luft. "Bei Regen habe ich mein Auto an den Bahnhof gestellt und so trotzdem noch rund 50 Kilometer Benzin-Fahrt gespart."

Fazit

Busse und Bahnen seien immer gut gefüllt gewesen: "Teilweise waren sie sogar so voll, dass es keinen Sitzplatz mehr gab."

Steffani Balle will auf jeden Fall weiter mit Bus und Bahn fahren - auch aus dem einfachen Grund, weil ihre Hauptfahrstrecke, die A620, die nächste Zeit wegen Bauarbeiten teilweise gesperrt ist. "Möglicherweise bin auf diese Art dann sogar schneller unterwegs als mit dem Auto."

Außerdem könne sie so noch ein bisschen weiter sparen und schauen, was nach dem 9-Euro-Ticket kommt: "Wenn das attraktiv genug ist, wird Fahrrad- und Bahnfahren vielleicht bei mir zum Fortbewegungsmittel der Wahl."

Ein Thema in "Guten Morgen" am 01.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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