Luftaufnahme des Senders Göttelborn von 1959 (Foto: SR/Bundesbildstelle)

60 Jahre Sender Göttelborn

mit Informationen von Steffani Balle   15.10.2019 | 10:00 Uhr

Seit dem 15. Oktober 1959 gibt es die Station Göttelborner Höhe. Seitdem hat sich viel verändert. An einem wurde aber nie gerüttelt: am Antennenmast. Heute versorgt er das Saarland mit den Hörfunkprogrammen des SR mit UKW und große Teile des Landes mit Fernsehsignal, mittlerweile natürlich auch in digital mit DAB+ fürs Radio und DVB-T2 beim Fernsehen.

"Alle Firmen und auch unsere Mitarbeiter haben an einem Strang gezogen"
Audio [SR 3, Steffani Balle, 15.10.2019, Länge: 02:46 Min.]
"Alle Firmen und auch unsere Mitarbeiter haben an einem Strang gezogen"
1959 wurde dieser Mast in Rekordzeit gebaut: Nur dreieinhalb Monate dauerte das Aufstellen. Der damalige Projekteiter Franz-Wilhelm Müller ist heute 94 Jahre alt. SR- Reporterin Steffani Balle hat ihn zu Hause besucht.

Der Sender auf der Göttelborner Höhe zur Bauzeit: 440 Meter über dem Meeresspiegel, fast 200 Meter hoch, in vier Ebenen unterteilt, nach drei Seiten abgespannt und mit Fernblick auf das ganze Saarland und die angrenzenden Gebiete in Lothringen, Luxemburg und Rheinland-Pfalz. Der Auftrag zu Beginn: die saarländische Bevölkerung mit dem Ersten versorgen.

Mitte 1976 erhielt der Sender dann eine neue Fernsehsendeantenne. Da sich dadurch die Statik veränderte, wurde die Mastspitze mit einem Windsegel ausgestattet und so wuchs der Sendemast von 186 auf 197 Meter. 1981 wurde eine neue UKW-Antenne auf die Mastspitze gesetzt – anstelle des Windsegels. Die neue Höhe: 210 Meter.

Start der Hörfunkprogramme

Im September 1962 war Start für die Verbreitung der SR-Hörfunkprogramme SR 1, SR 2 und SR 3 über UKW von der Göttelborner Höhe aus. Als eine der ersten Rundfunkanstalten der ARD strahlte der SR im Januar 1964 zudem Versuchssendungen in Stereo aus. Durch die neue Höhe von 210 Metern seit 1981 und die anschließende Leistungserhöhung der UKW-Sender wurde auch vor allem in Tälern und abgeschatteten Gebieten der Radioempfang deutlich verbessert.

Seit 2007 auch digital

Ende 2007 kam dann das digitale Antennenfernsehen DVB-T im Saarland. Dazu wurde eine drei Tonnen schwere DVB-T-Sendeantenne mit einem Lastenhubschrauber in zwei Etappen auf die Spitze des Sendemastes montiert. Seit Anfang 2012 werden nun auch die Radioprogramme im modernen DAB+-Standard von der neuen Antenne in 120 Metern Höhe abgestrahlt.

Zuverlässigkeit gehört zum Staatsauftrag

Auf die Göttelborner Höhe kann man sich seit 60 Jahren verlassen. Selbst bei einem längerfristigen Stromausfall, dem dann auch das Internet als Informationsquelle zum Opfer fallen würde. Der Sender Göttelborn ist mit einem Notstromaggregat ausgestattet und kann im Fall der Fälle autark über einen langen Zeitraum den Betrieb aufrechterhalten.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 15.10.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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