Die Toten Hosen vor ihrem grellbunten Tourbus. (Foto: SWR/JKP)

"Sie haben aus relativ kleinen Mitteln ihre eigene Welt geschaffen"

Onlinefassung: Elena Jörger   09.04.2022 | 11:44 Uhr

Die Rock-Band "Die Toten Hosen" feiert ihren 40. Geburtstag. Birgit Fuß vom Magazin "Rolling Stone" hat bei Reclam gerade ein Buch über die Toten Hosen veröffentlicht. Sie kennt die Band schon viele Jahre: vom Auftritt im Bremer Schlachthof bis zu ihrer Berühmtheit als einer der bekanntesten Rock-Bands.

SR 3: Das war damals eine rotzige Truppe, klassische Bürgerschrecks- und heute sind sie hier bei SR 3 regelmäßig zu hören. Was ist da schiefgelaufen?

Ja ich denke, das ist bei den Toten Hosen eine interessante Mischung aus einerseits Ehrgeiz und es unbedingt wollen und ein Gespür für die richtigen Melodien. Dann aber auch eine Menge Glück, dass sie vierzig Jahre so gut durchgehalten haben.

SR 3: Die haben sich auch verändert oder ist alles gleich geblieben?

Nein, natürlich haben sie sich verändert, seit sie angefangen haben. Entscheidend war es, dass außer "Kuddel" (Andreas Christian von Holst, Gitarrist) am Anfang niemand spielen konnte. Das können sie inzwischen. Ansonsten ist vieles gleich geblieben, und das Wichtigste ist dabei, dass sie wirklich über all die Jahrzehnte Freunde geblieben sind.

SR 3: Vor knapp 30 Jahren haben Sie Ihren ersten Zeitungsartikel über die Toten Hosen geschrieben und sie öfter als jeder sonst interviewt. Was hat Sie so an der Band fasziniert?

Was ich an den Tote Hosen immer am beeindruckendsten fand, ist wie sie aus relativ kleinen Mitteln ihre eigene Welt geschafft haben. Irgendwann daraus dann die eigene Plattenfirma gegründet haben und alles in die eigenen Hände genommen haben. Die haben sich wirklich mit dem durchgesetzt, genau wie sie es wollten und das finde ich, gelingt wirklich nur sehr wenigen Bands auf diesem Niveau.

SR 3: Wie sind die Toten Hosen denn privat?

Sehr unterschiedlich. Das ist eben auch das Interessante, dass die fünf wirklich sehr unterschiedlich sind. Ich persönlich kenne Campino am besten, weil er am meisten macht und in der Öffentlichkeit aktiv spricht. Die anderen sind glaube ich oft froh, wenn sie ihn reden lassen können. Man kann wirklich sagen, dass alle fünf wirklich coole Typen sind.

SR 3: Sie feiern jetzt 40-Jähriges - stand die Band auch mal auf der Kippe?

Ja klar, die hatten auch Krisen. Alleine durch die großen Mengen, die sie getrunken haben und Sonstiges genommen haben. Es war nicht immer so gut, heute sind sie mit 60 fast fitter als früher. Es gab da auch schlimme Momente, aber auch die haben sie gemeinsam durchgestanden.

Zum Interview:

Im Interview: Birgit Fuß
Im Interview: Birgit Fuß

Rock-Band feiert Geburtstag!
Rock-Band feiert Geburtstag!

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 09.04.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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